Jubiläumskonzert : Berliner Jungen singen - mit Unterstützung

Der Staat- und Domchor hat zum Festkonzert seines 550-jährigen Bestehens Chöre aus Edinburgh und Moskau eingeladen. Sie singen Mendelssohn Bartholdys "Elias".

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Der Staats- und Domchorvor dem Berliner Dom
Der Staats- und Domchor feiert 550. GeburtstagFoto: Staats- und Domchor Berlin/Alexander Zörni

Sänger klein und groß, soweit man blickt. Schneeweiße Hemden und schwarze Jacken in attraktiver Mischung aufgereiht, füllen sie das Podium der Philharmonie, um das 550-jährige Bestehen des Staats- und Domchors mit einem aufwendigen Festkonzert zu krönen. In der Mitte der singenden Heerscharen, die aufgestockte Reihen von Podiumplätzen sowie zwei Podeste seitlich hinter den Violinen und Kontrabässen einnehmen, sitzt das Deutsche Symphonie-Orchester und lässt seine Holzbläser blitzen. Da der Berliner Chor wegen der Fluktuation der Schüler mit Männerstimmen eher karg ausgestattet ist, dürfen Ehemalige als willkommene Hilfe mitsingen. Und in diesem besonderen Fall sind noch zwei Gastchöre dabei: der eine vom Stewart’s Melville College aus Edinburgh, der andere von der Viktor Popov Akademie aus Moskau.

Bestechender Eindruck des Mammutprojekts ist, dass alle Beteiligten freudig mitwirken, woraus sich eine elementare Disziplin des gemeinsamen Singens ergibt. Denn es geht um ein fast dreistündiges Vergnügen, den „Elias“ von Mendelssohn Bartholdy.

Keine Patzer

Leiter Kai-Uwe Jirka kann mit diesem Ausnahmekonzert einmal zeigen, was ihm Breitenausbildung bedeutet. Denn schon die Kleinsten sind fit in den prächtigen Vokalsätzen, und im Wettstreit der Baalspriester mit dem Propheten antwortet nichts als Schweigen, Generalpause, die kein Patzer stört. Das alttestamentarische Geschehen um den Elias, der Wunder tut, von Engeln begleitet, wird in einer dramatischen Interpretation aufgerollt. Die Knabensolisten singen natürlich im Ausdruck, Brigitte Geller und Benjamin Bruns die lichten Höhen des Soloquartetts. Michael Nagy ist Elias, präsent in Wort und Ton, mehr noch als in der Celloarie „Es ist genug“ fasziniert er als musikalischer Wüterich: „Ist nicht des Herrn Wort wie ein Feuer und wie ein Hammer.“ Damit stößt das Alte Testament in unsere Gegenwart, denn religiös Andersdenkende lässt der erhabene schreckliche Prophet nicht zu: „Und schlachtet sie daselbst.“


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