Kultur : Jüdisches Museum als Aushängeschild

Der Streit um die Kunstausstellung "Feinkost Adam" im Jüdischen Museum Fürth kommt möglicherweise vor Gericht. Die Künstlerin Anna Adam drohe mit einer Klage gegen den Vorsitzenden der Israelitischen Kultusgemeinde in Fürth, Netanel Wurmser, sagte der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Nürnberg, Arno Hamburger. Laut Hamburger soll sich Wurmser dafür entschuldigen,dass er den Ausstellungsprospekt mit dem Nazi-Hetzblatt "Der Stürmer" verglichen hat. Nach der Entscheidung des Museumsträgervereins, die Ausstellung nicht zu schließen, lassen außerdem jüdische Gemeinden vor Ort Aussichten einer Klage gegen "Feinkost Adam" prüfen.

Der Gemeindevorsitzende Hamburger verwies zudem auf einen Brief des bayerischen Innenministers Günther Beckstein an den Vorstand des Trägervereins, in dem sich jener zur gesamten Konzeption des Museumsdirektors Bernhard Purin äußert. Der CSU-Politiker schreibt, er "sehe nicht ein, dass Steuergelder dafür verwendet werden, dass die in unserer Region lebenden jüdischen Bürger sich gestört fühlen." Er wolle ein Museum, dass auf die Akzeptanz der örtlichen Gemeinden treffe und Synergieeffekte mit dem Nürnberger Dokumentationszentrum Reichsparteitag erreiche, für eine gute Außendarstellung der fränkischen Region. Eine Veränderung in der Museumsleitung sei deshalb "unabdingbar". Der Minister beruft sich dabei auch auf einen kritischen Brief des Zentralratspräsidenten Paul Spiegel vom 15. April. Am letzten Freitaghatte Spiegel allerdings den "Nürnberger Nachrichten" erklärt, mit der Entscheidung des Trägervereins, die Ausstellung fortzuführen, sei für ihn die Sache erledigt.

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