Kultur : Jüdisches Museum: Das Zukunftsthema heißt Gerechtigkeit

Im Rahmen der Beiträge zur Eröffnung des Jüdischen Museums Berlin am 9. September lassen wir ehemalige Direktoren zu Wort kommen, die seine mitunter dramatische Gründerphase geprägt haben: Museumsleute sehr unterschiedlicher Herkunft. Vera Bendt erlebte als Kind einer "nichtarischen" Familie die Bedrohungen der NS-Zeit, später konvertierte sie zum Judentum. Ab 1979 baute die Judaistin die Jüdische Abteilung des Berliner Stadtmuseums auf. Amnon Barzel stammt aus einer israelischen Familie, deren Vorfahren 1790 aus Prag nach Palästina emigriert waren. Der Kunsthistoriker wurde 1994 zum Direktor der "Hauptabteilung Jüdisches Museum" in der Stiftung Stadtmuseum Berlin berufen und 1997 gekündigt. Tom Freudenheims Familie war Ende der 30er Jahre aus Stuttgart in die USA emigriert. Der Kunstwissenschaftler kam 1998 aus New York nach Berlin, war bis vor einem Jahr Stellvertreter des amtierenden Museumschefs Michael Blumenthal. In der Verschiedenheit dieser Biographien spiegelt sich das vielfältige Thema jüdischer Identität, ein zentrales Aufgabenfeld jüdischer Museen im 20. / 21. Jahrhundert.

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