Kultur : Jüdisches Museum: vorerst unselbständig, später autonom?

Die finanziellen Mittel der SSMB, teilte der Sprecher der Senatskulturverwaltung, Wallrabenstein, im Anschluß an ein Gespräch Senator Radunskis mit Blumenthal mit, sollen zwischen dem Jüdischen Museum und den übrigen Stadtmuseums-Bereichen aufgeteilt werden.Man müsse sich jetzt, so fordert Radunski nach Auskunft seines Sprechers, auf "konzeptionelle und finanzielle Fragen konzentrieren".Die endgültige Aufgabenstellung des Jüdischen Museums sei später, "im Lichte der Erfahrungen mit der Eröffnungsausstellung" zu sehen.Falls allerdings eine Etat-Beteiligung des Bundes erreicht werden solle, werde sich für dieses Museum die Notwendigkeit einer selbstständigen Stiftung ergeben.

Diese Perspektive einer vorläufigen und einer möglicherweise anderen, endgültigen Strukturlösung klingt ebenfalls an in einem Hintergrundgespräch, das Direktor Blumenthal am Mittwoch mit dieser Zeitung führte.Er habe, so Blumenthal, in zahlreichen Gesprächen seit dem letzten Wochenende den Eindruck gewonnen, daß die Irritationen der letzten Wochen doch geholfen hätten, einige Probleme zu konkretisieren.Blumenthal glaubt, daß man in dieser Woche das Museumskonzept verbindlich festlegen wird.Seine Gespräche mit Eberhard Diepgen, Senator Radunski und SPD-Fraktionschef Böger seien konstruktiv gewesen; im Entstehen sei "ein erstklassiges Museum, auf welches Berlin wird stolz sein" können.Hinsichtlich der versprochenen Autonomie - inhaltlich, personell, finanziell - ist Blumenthal davon überzeugt, daß seine Gesprächspartner nichts anderes wollen als er selbst, doch sei die juristische Umsetzung schwieriger als zunächst angenommen.Die weniger glückliche Konstruktion einer nichtselbständigen Stiftung innerhalb der Stiftung Stadtmuseum Berlin sei schneller zu haben, weil sie von bestehenden Gesetzen ausgehe; die bevorzugte Konstruktion der vollständigen Autonomie erfordere neue Gesetze, das dauere länger.Blumenthal läßt keinen Zweifel daran, was ihm lieber ist - vollständige Autonomie: "Ich bin sehr geduldig."

Am kommenden Wochenende findet ein "geschlossener Workshop" im Jüdischen Museum statt, zu dem Museumsleute, Ausstellungsexperten und Historiker eingeladen sind.Das Ergebnis dieser Tagung, die ein endgültiges Konzept für das Museum erarbeiten soll, wird Blumenthal voraussichtlich am Dienstag der Presse vorstellen. msc

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