Jugendtheater : Facettenreich im Grenzgebiet

Zum Terminus "Grenze" gestaltet das "Theater an der Parkaue" einen Abend mit dem Titel "Borderlines - No Man's Land". Für den sprechen gleich mehrere gute Gründe.

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Wahrscheinlich gibt es wenige Begriffe, mit denen wir – je nach Biografie und gesellschaftlichem Umfeld – so unterschiedliche Vorstellungen verbinden wie mit dem Terminus „Grenze“. Das "Theater an der Parkaue" macht unter dem Motto "Borderlines – No Man’s Land" die Probe aufs Exempel . Die Zeitgenossen, die hier in einem Garten im nordenglischen Leeds aufeinandertreffen, haben komplett verschiedenartige Grenzerfahrungen gemacht.

Während Viktor als junger Mann äußerst gegenständlich die Ostberliner Mauer überwinden musste, um über Umwege in Leeds zu landen, experimentiert der 17-jährige Kitten eher mit Grenzüberschreitungen in Richtung Alkohol und Vandalismus. Jetzt leistet er in Viktors Garten seine Sozialstunden ab. Und die Sozialarbeiterin Carol ist zwar grenzenlos engagiert, wenn es um die Probleme der anderen geht, hat die Glückshindernisse in ihrem eigenen Leben allerdings noch nicht ausräumen können. Houdini wiederum versteckt sich in Viktors Garten und will unter keinen Umständen wieder zurück nach Hause.

Für „Borderlines“ – inszeniert von Lajos Talamonti – sprechen mehrere gute Argumente. Zum einen ging dem von der Kulturstiftung des Bundes geförderten Partnerschaftsprojekt des Theaters an der Parkaue mit dem West Yorkshire Playhouse Leeds eine gründliche Recherche voraus: Zwei Jahre lang haben Künstler und Jugendliche zum Thema „Borderlines – Grenzerkundungen zwischen Berlin und Leeds“ gearbeitet, um den Facettenreichtum aus dem Sujet herauszukitzeln. Zum anderen dient die anspruchsvolle Veranstaltung für Jugendliche ab vierzehn Jahren gleichzeitig als didaktikfreie Fremdsprachennachhilfe: Zwar stehen neben den beiden englischen auch zwei deutsche Schauspieler auf der Bühne. Aber gespielt wird trotzdem konsequent auf Englisch.

Aufführungen: 8.4. und 12. 4. jeweils 10/18 Uhr; So, 10. 4., 18 Uhr; Mi, 13. 4., 11/18 Uhr

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