"Jugoslawien" : Peter Handke legt nach

In der Diskussion um Peter Handkes Engagement während des Jugoslawien-Kriegs und nach dem Tod des früheren Serben-Präsidenten Milosevic hat der österreichische Schriftsteller noch einmal nachgelegt.

Paris (dpa) - In der Diskussion um seine politische Meinung zum Jugoslawien-Krieg hat der österreichische Schriftsteller Peter Handke noch einmal nachgelegt und erneut die serbische Seite verteidigt. «Hören wir doch endlich damit auf, Slobodan Milosevic mit Hitler zu vergleichen (...). Und benutzen wir nie mehr für die Lager, die während des Kriegs in Jugoslawien eingerichtet wurden, den Begriff "Konzentrationslager", sagte Handke der französischen Tageszeitung «Libération» am Mittwoch.

Die Pariser Comédie française hatte kürzlich Handkes Stück «Spiel vom Fragen» vom Spielplan 2007 genommen. Als Begründung hatte Intendant Marcel Bozonnet Handkes Teilnahme am Begräbnis des ehemaligen jugoslawischen Präsidenten Milosevic im März genannt. Daraufhin stellten sich zahlreiche Künstler und Schriftsteller hinter Handke und protestierten gegen die Entscheidung, die von vielen als Zensur ausgelegt wurde.

Der in Frankreich lebende Schriftsteller äußerte sich zufrieden darüber, dass die Debatte über die Absetzung des Stückes erstmals eine wirkliche Diskussion über den Jugoslawien-Krieg ausgelöst habe. «Hören wir auf, die Massaker auf die serbischen Militärs und Paramilitärs zu schieben. Hören wir endlich auf die Überlebenden der muslimischen Massaker in den zahlreichen serbischen Dörfern», sagte der Schriftsteller weiter. (tso/dpa)

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