Kultur : Jung und frisch: Pläne für die Berlinale

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Die 54. Berlinale (5. bis 15. Februar 2004) steht zwar noch knapp vier Monate dahin, auch die Filmsichtungen beginnen im Wesentlichen erst in den kommenden Wochen – doch der ganz auf Vernetzung und Nachwuchsförderung konzentrierte Geist des Festivals weht ihm bereits voraus. Heiter wie meist, aber auch voll charismatischen Engagements präsentierte Dieter Kosslick, der demnächst seine dritte Berlinale schultert, am Freitag die Pläne für den von ihm ins Leben gerufenen Talent Campus. Zum zweiten Mal wird die ganz von Sponsoren finanzierte Kreativitäts und Kontaktbörse für 500 junge Teilnehmer während des Festivals im Haus der Kulturen der Welt stattfinden. Knapp 2000 angehende Regisseure, Drehbuchautoren, Schauspieler, Kameraleute, Produzenten, Cutter und Sounddesigner haben sich bereits beworben, Anmeldeschluss ist am 7. November ( www.berlinale-talentcampus.de ).

Die „positive kulturelle Globalisierungskampagne“ (Kosslick), für die bislang Bewerbungen aus 85 Ländern vorliegen, steht 2004 unter dem Motto „Sounds“. Dabei will der Talent Campus seine Teilnehmer 2004 insgesamt noch gezielter fördern. So sollen in Berlin etwa „talent movies of the week“ produziert werden, außerdem bekommen 30 junge Filmemacher Zugang zu einem neuen zweitägigen Koproduktionsmarkt. Rund 30 junge Drehbuchautoren können mit Profis an ihren Scripts arbeiten, und sogar zehn Nachwuchsfilmkritiker aus allen fünf Kontinenten bekommen eine Chance. Auch mit Geld will der Talent Campus helfen. So werden besonders begabte Nachwuchsfilmer bei der Entwicklung ihrer Stoffe unterstützt; die fertigen Filme sind aber nicht zwingend an eine Premiere auf der Berlinale gebunden. Kosslicks Ziel: „Wir wollen den Leuten helfen, in ihren eigenen Ländern zu drehen.“

Auch beim Kinderfilmfest gibt es Neues: ein Programm für die bislang Dreizehn- bis Siebzehnjährigen, mit Extra-Jury. Noch Lücken in der kulturellen Filmversorgung des Festivalpublikums? Keine Lücken, zumindest vom Alter her. jal

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