Kultur : Junge Künstler vertreten ihre Botschaften im Haus der Kulturen der Welt

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Das Haus der Kulturen der Welt wird zur Diplomaten-Laufbahn: Bei einem Kultur-Festival senden am Sonnabend knapp 30 europäische und außereuropäische Vertretungen sinnliche Botschaften in die 6. Maiennacht. Zwischen 17 Uhr und zwei Uhr präsentiert sich die internationale Kolonie ganz modern und politisch korrekt. Unter dem Motto "Open Europe" lässt Israel den Video Jockey Safy Sniper um 22.45 Uhr eine "Invasion von Bildern und Klängen" starten. Die Palästinensische Generaldelegation hat dafür schon zwei Stunden zuvor den Boden bereitet: Ein Klavierduo führt gemeinsam mit dem Jugendkammerchor Pankow ein "eigens komponiertes Lied über den Frieden" auf. Österreichs Gesandtschaft haderte nicht lange mit der europäischen Ächtung und setzt ein bekenntnisreiches Zeichen zur "jüdischen Tradition des 19. Jahrhunderts" dagegen: Das Grazer Quintett Budowitz spielt "Klezmer pur", dies aber "dissonant und asymetrisch", wie der Flyer verspricht. Auch Polen wagt eine musikalische Gratwanderung und lässt ein aus der Bergwelt der Beskiden stammendes Orchester mit einer "explosiven Mischung aus Jazz, Pop und karpatischer Volksmusik" aufspielen. Auch zahlreiche Botschafter wollen sich unters Volk mischen. Viele der am Festival beteiligten Künstler leben und arbeiten in Berlin und treten jetzt erstmals unter einem Dach auf. Zur Orientierung in diesem Kulturen-Dschungel gibt es zahlreiche Monitore und eine zentrale "Blue Box" mit Projektoren, die die parallel stattfindenden Aktionen zeigen(Haus der Kulturen der Welt, John-Foster-Dulles-Allee 10, Berlin-Tiergarten, Eintritt frei).

Das Festival-Programm im Internet

www.hkw.de

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