Kultur : KABARETT

NORBERT TEFELSKI

Erneut setzt das Chamäleon auf Zusammenarbeit und Heimvorteil.Altbekannte Szene-Nasen tummeln sich am zentralen Spielplatz in den Hackeschen Höfen - zumeist im Doppel, denn PaarAnoia (Regie: Detlef Winterberg und Susanne Linzer) heißt die aktuelle Kinderei in preiswerter Deko (bis 10.1.Dienstag bis Sonnabend um 20 Uhr 30, sonntags um 19 Uhr).Mit durchwachsenen Ausprobier- und bewährten Uraltnummern grüßt das gestrige Off-Berlin.Daniele Drobny (Ex-"College of Hearts") blödelt, Christoph Merg (Ex-"Trio Blamage") balanciert, und als Urgesteinsformation des Hauses überzeugen die umstandskrämerischen "Maiers" mit akrobatischem Witz am Trapez.Sich dumm Stellen hat hohen Stellenwert: Jeder möchte komisch sein, aber nur wenigen ist es gegeben.Serguei Beliakov spielt den ungeschickten Zauberer, der doch nie wirklich zeigt, was er kann, und seine "Assistentin" Susanne Schüttfort übernimmt sich mit ihrem Vertikalseil-Tango.Die vergammelte Gurke für Comedyschrott gebührt Dirk Vittinghoff, der als solistischer "Regenbogensoldat", motzend und Spielzeugtiere verstümmelnd, den wirren Greenpeace-Proll gibt.All den Albernheiten versucht sich Sängerin Blanche Elliz anzupassen und bleibt doch ein Schneewittchen im Zwergenland - etwa im Duett mit dem pianierenden Gebrauchspoeten Bodo Wartke.Dessen netter Klamauk kann in angemessenem Rahmen durchaus funktionieren, ebenso wie die Tanzparodien des Nachwuchspärchens Daniela Franzen und Sebastian Matt.Aber was in der intimen Schöneberger "Scheinbar" trashigen Charme verbreitet, wirkt auf der großen Bühne nur dilettantisch.Schade um die rundum hohen Sympathiewerte.

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