Kaiserring : Verleihung ohne Immendorff

Der Maler Jörg Immendorff hat seine Teilnahme an der Verleihung des Kaiserrings 2007 in Goslar am Samstag krankheitsbedingt abgesagt. Sein Gesundheitszustand lasse die Reise nach Goslar nicht zu, teilten die Veranstalter mit.

Goslar - An Jörg Immendorffs Stelle wird seine Frau Oda Jaune die Auszeichnung für ihn in der Kaiserpfalz entgegennehmen. Immendorf leidet seit acht Jahren an der tödlichen Nervenkrankheit Amyotrophe Lateralsklerose (ALS).

Die Jury würdigt den Beuys-Schüler und langjährigen Kunstprofessor der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf mit dem Preis als Mann, dessen "Lebenswerk für eine künstlerische Haltung steht, die sich in einem sehr persönlichen Realismus als Bild, Zeichnung, Skulptur und Text konkretisiert". Dem Künstler sei es "nie um Kunst als Selbstzweck, sondern um unmittelbare gesellschaftliche Wirkung" gegangen. Nach Einschätzung der Jury gehörten von Anfang an Agitation und Provokation zum Schaffen des am 14. Juni 1945 in der niedersächsischen Elbstadt Bleckede geborenen Künstlers.

Der Kaiserring der Stadt Goslar ist einer der bedeutendsten Kunstpreise in Deutschland. Seit 1975 wird er alljährlich verliehen. Die Initiative ging vom Verein zur Förderung moderner Kunst Goslar aus. Ausgezeichnet werden zeitgenössische, international tätige, bildende Künstler - mit einem goldenen Ring, der dem Siegelring Kaiser Heinrichs IV. nachempfunden ist. Träger des Goslarer Kaiserrings sind unter anderen Henry Moore, Max Ernst, Joseph Beuys, Georg Baselitz, Christo, Gerhard Richter, Sigmar Polke, Jenny Holzer und Robert Longo. (tso/ddp)

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