Kultur : Kampf gegen Terror: Das Volk trägt die ganze Last

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Bis Freitag will der Weltsicherheitsrat über eine Verlängerung des "Öl-für-Nahrung-Programms" für den Irak entscheiden. Eine Aufhebung der elfjährigen Sanktionen gegen Bagdad ist nicht in Sicht. Dagegen suchen Washington und London einen Weg, Iraks Diktator Saddam die Möglichkeit zur Wiederaufrüstung zu verwehren und zugleich die Bevölkerung zu schonen. Während der Irak in den vergangenen sechs Monaten offiziell Öl im Wert von sechs Milliarden Dollar verkaufte, die auf ein von der Uno verwaltetes Treuhandkonto fließen, dürften 2001 die Erträge aus Ölschmuggel um eine Milliarde auf drei Milliarden Dollar steigen - das Geld bekommt vor allem Saddam.

In Bagdad haben sich zwar die Geschäftsregale wieder gefüllt. Doch für die überwältigende Mehrheit der Bevökerung sind die angebotenen Güter unerschwinglich. Sie trägt immer noch die wahre Last der Sanktionen. Die Wirtschaft liegt am Boden, die Arbeitslosenrate ist hoch. Nach den vorsichtigsten Angaben der UN starben mindestens 250 000 Kinder an den Folgen der Sanktionen. Der US-Experte Peter Pellett, Mitglied humanitärer UN-Missionen im Irak, stelt fest, dass alle unabhängigen Studien auch heute noch das selbe Bild zeigten: "Unterernährte Kinder, stark angestiegene Sterblichkeitsrate und ein Zusammenbruch des gesamten sozialen Gefüges."

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