Kultur : Kampf gegen Terror: Zu geheim für Ruhm - Wie die Briten informieren

Matthias Thibaut

Britische SAS Soldaten, schrieb der "Sunday Telegraph" in einem sorgfältig recherchierten Bericht am Wochenende, helfen zur Zeit gemeinsam mit US-Sondereinheiten indischen Soldaten bei der Suche nach Osama bin Laden, der sich nach Kaschmir verkrochen habe. Doch wer am Wochenende beim britischen Verteidigungsministerium oder einer anderen politischen Instanz angerufen hätte, um Genaueres zu erfahren, hätte nur gehört: "Über die SAS geben wir keine Auskunft." Noch besteht ein einmütiger Konsens aller Parteien, dass über die legendäre SAS nichts gesagt wird. Nicht mal Gutes.

Nun geht aber die Geheimniskrämerei offenbar sogar dem Vereidigungsministerium zu weit. Verteidigungsminister Geoff Hoon wollte nach der Afghanistankampagne eine Reihe tapferer SAS-Soldaten auszeichnen und ihre Namen nennen. Die SAS winkte ab - jede Publizität würde die Sicherheit und Einsatzfähigkeit der Truppe kompromittieren.

Aber die Public Relations Manager von Labour sind ungeduldig. Sie wollen, dass mehr von den Heldentaten der SAS bekannt wird und mehr von diesem Ruhmesglanz auf die Labourregierung scheint. So lässt Hoon nun Experten prüfen, ob die SAS nicht einen Sprecher haben könnte. Der würde dann streng dosiert Informationen über die Truppe zur Verfügung stellen oder wenigstens die vielen falschen und spekulativen Berichte dementieren. Wenn in den letzten Monaten immer wieder Einzelheiten über SAS Aktivitäten zu Tage kamen, stammten diese nach Ansicht von in der Presse zitierten SAS-Kreisen oft von niemand anderem als Blairs Leuten in der Downing Street selbst. SAS-Soldaten seien empört über diesen Geheimnisverrat. Aber auch das ist streng geheim - noch.

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