Kultur : Karajan und Hitler? Reich-Ranicki entschuldigt sich

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Der Literaturkritiker Marcel ReichRanicki hat sich bei dem österreichischen Dirigenten Nikolaus Harnoncourt für ein missverstandenes Zitat entschuldigt. Im Musikmagazin „Rondo“ hatte sich ReichRanicki an eine Unterhaltung mit Harnoncourt erinnert und dabei den Eindruck erweckt, dieser bezeichne Hitler und den Dirigenten Herbert von Karajan als „größte Missetäter des 20. Jahrhunderts“. Dagegen hatte sich Harnoncourt über seinen Berliner Anwalt Peter Raue zur Wehr gesetzt. Reich-Ranicki betonte nun, er habe die umstrittene Äußerung als Scherz verstanden und auch nur „scherzhaft zitiert“. „Wenn ich damit Harnoncourt, den ich seit Jahren bewundere, verletzt oder beleidigt habe, dann bedaure ich dies sehr“, sagte Reich-Ranicki. Zuvor hatte Anwalt Raue in einer Erklärung betont, der Dirigent habe lebenslang zu den großen Bewunderern von Karajan gehört, der seinerseits eine enge, freundschaftliche Beziehung zu dem damaligen Orchestercellisten (der Wiener Symphoniker) Harnoncourt gehabt habe. Karajan war wegen seiner lange Zeit verschwiegenen NS-Mitgliedschaft nach dem Krieg in die Kritik geraten. dpa

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