KARAJANS Klassiker (3) : Sphärenklang

Christiane Peitz

Ein Ballett im All, Planeten ziehen ihre Bahnen, Raumschiffe tauchen aus dem Dunkel auf und schweben schweigend durchs Universum. Seit Stanley Kubricks „2001. Odyssee aus dem Weltraum“ klingt der Donauwalzer von Johann Strauß jun. anders als vorher: nach Zukunft. Karajan-Fan Kubrick verwendete für seinen Science-Fiction-Film von 1968 natürlich eine Aufnahme des Maestros aus eben jenem Jahr. Mit den Berliner Philharmonikern legt Karajan den wohl schwerelosesten, ätherischsten Walzer seit Erfindung des Dreivierteltakts aufs Parkett. Welch himmlischer Fluss, diese „schöne blaue Donau“: ein Tanz der Galaxien, jede Drehung makellos, erlesen, von überirdischer Schönheit. Wem das zu abstrakt ist, der möge es mit der irdischen Variante mit den Wiener Philharmonikern versuchen, etwa im 1987er-Neujahrskonzert. Juchzer in der Geige, leicht verschmierte Melodiebögen, tolldreiste Rubati, ein Trubel, ein Wirbel, dass einem schwindlig wird. Christiane Peitz

Aufnahmen auf zahlreichen CDs. Zum Beispiel mit den Berlinern: J. Strauß: Walzer & Polkas, DG. Mit den Wienern: Neujahrskonzert in Wien 1987, DG

Am 5. April 1908 wurde in Salzburg

Herbert von Karajan geboren.

Bis zu seinem 100. Geburtstag empfehlen wir täglich: das Schönste aus

seinen 690 erhältlichen Aufnahmen

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