Kultur : Kartellamt: Abmahnung für Random House

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Das Bundeskartellamt hält die Übernahme des Buchverlags Ullstein Heyne List durch die BertelsmannTochter Random House (Bertelsmann) vorläufig für unzulässig und hat den beteiligten Unternehmen eine Abmahnung zugestellt. In der angemeldeten Form, erklärte das Bundeskartellamt, führe die Übernahme zu einer marktbeherrschenden Stellung von Bertelsmann auf dem Markt für deutschsprachige Taschenbücher. Der Gütersloher Konzern würde einen Marktanteil von fast 40 Prozent erlangen, mehr als doppelt so viel wie der nächste Wettbewerber, die Verlagsgruppe Holtzbrinck. Das Kartellamt argumentiert, dass der Taschenbuchmarkt einen vom übrigen Buchmarkt abzugrenzenden Teil bilde. Mit der Abmahnung ist allerdings noch keine endgültige Entscheidung verbunden: Bis zum 5. Juni können die beteiligten Unternehmen Stellung nehmen. Die Verlagsgruppe Random House kritisierte, dass die statistischen Erhebungen des Bundeskartellamtes methodisch fragwürdig seien. Die Märkte ließen sich vor dem Hintergrund der rechtlichen und wirtschaftlichen Tatsachen im deutschen Buchmarkt nicht voneinander abgrenzen. Random House führt auch ins Feld, dass das Bundeskartellamt mit seiner Sicht sogar hinter ein Urteil des Kammergerichts zurückfalle, mit dem schon 1982 die isolierte Betrachtung des Taschenbuchsegmentes verworfen wurde. Tsp

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