Kultur : Katastrophenschutz: Alarm per Satellit

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Ein Frühwarnsystem und neue ABC-Erkundungsfahrzeuge hat Bundesinnenminister Otto Schily in der vergangenen Woche präsentiert. Im Ernstfall können nun die Lagezentren von Bund und Ländern und die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten innerhalb von etwa 20 Sekunden über Gefahren informiert werden. Möglich macht dies ein satellitengestütztes Kommunikationssystem.

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Trittbrettfahrer: Empfindliche Strafen In Zukunft sollen auch die privaten Rundfunksender an das System angebunden werden. Das Innenministerium will außerdem in einem Feldversuch einen Warnruf über Mobiltelefone und Funkuhren prüfen. Das neue System geht vielen Verbänden indes noch lange nicht weit genug. Der Deutsche Feuerwehrverband und das Deutsche Rote Kreuz fordern, in das Warnsystem auch die Leitstellen vor Ort einzubeziehen. Denn diese werden in der Regel von den Lagezentren der Länder nur mit einer Zeitverzögerung telefonisch oder per Fax informiert.

Bis zum Frühjahr kommenden Jahres stellt der Bund den Ländern rund 650 Zivilschutzfahrzeuge zur Verfügung. Berlin und Brandenburg erhielten am Donnerstag zwölf ABC-Erkundungsfahrzeuge, mit denen eine chemische oder radioaktive Verseuchung festgestellt und das kontaminierte Gebiet markiert werden kann. Außerdem können Proben radioaktiver, biologischer und chemischer Art entnommen werden. Der Feuerwehrverband kritisierte jedoch, dass die Fahrzeuge nicht mehr auf dem neuesten Stand der Technik seien. "Es ist ohne Zweifel, dass die Geräte einer technischen Konzeption entsprechen, die mehrere Jahre alt ist", erklärte der Vizepräsident des Verbands, Bernd Pawelke. Zudem fehle die Komponente für den Einsatz bei biologischen Gefahren ganz.

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