Kultur : Katrin Hillgruber

Uwe Johnson / Max Frisch: Der Briefwechsel 1964-19

Die Entdeckung

Uwe Johnson / Max Frisch: Der Briefwechsel 1964-1983. Suhrkamp, Frankfurt/Main 1999. 432 S., 58 DM.

Schweizer Weltläufigkeit und "norddeutsche Ironie in Schiefhalsigkeit", in Rom kamen sie zusammen. Es entspann sich die scheue, gefährdete und doch wieder haltbare Freundschaft zweier bedeutender Schrifsteller. Eine gelebte Literaturgeschichte in 125 Briefen.

Der Geheimtipp

Gert Neumann: Anschlag / Elf Uhr. Beide Bücher im DuMont Verlag, Köln 1999. 272 S./432 S., je DM 39,90

Gert Neumanns Bücher, Leittfäden der Wahrheitspraxis, sind in ihrer Eigenwilligkeit und Sprachschönheit einsame Unikate. Es gilt das erste Ost-West-Gespräch in der deutschen Literatur zu entdecken, das diesen Namen verdient.

Die Ausgrabung

Ingeborg Bachmann: Ein Ort für Zufälle. Mit Zeichnungen von Günter Grass. Verlag Klaus Wagenbach, Berlin 1999. 64 S. in bibliophiler Ausstattung, 48 DM.

Zum 35. Verlagsjubiläum eine Kostbarkeit: Ingeborg Bachmanns poetisches Porträt ihres Wohnorts von 1964, West-Berlin, in dem lauter Vorfälle mit Leuten, "die in Fettpapier eingewickelt sind", zu Zufällen werden.

Das Vademecum

Paul Hindemith: Berliner ABC - Das private Adressbuch. Transit, Berlin 1999. 303 S., DM 48.

Der Komponist lebte von 1927 bis 1938 in Berlin, bevor er ins Exil ging. Sein Adressbuch, als Faksimile gedruckt, spiegelt seine Kontakte, Freundschaften, Beschäftigungen, Lieblingsgeschäfte wieder und lässt ein reizvolles persönliches Bild der Stadt entstehen.

Der Joker

Peter Weber: Silber und Salbader. Roman. Suhrkamp, Frankfurt/Main 1999. 297 S., 39,80 DM.

Sechs Jahre nach dem stürmischen Debüt "Der Wettermacher" birgt Peter Weber mit enzyklopädischem Eifer Bäder- und Schweizer Geschichte und vermengt sie mit staunenswerter Phantasie. Diesem Autor gebührt ein Königsquellrecht des Erzählens. Zurück zur Übersicht

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