Kultur : Kauft Operette!

Ein Theater wird wiedereröffnet - vielleicht.Das ist schön, besonders in Berlin, wo in letzter Zeit immer das Gegenteil der Fall war.Halten wir das fest und klammern wir uns erst einmal daran.Wie sich das feine Konzept der Herren Vögele und Könemann in der ziemlich rauhen Berliner Wirklichkeit umsetzen lassen mag, das wird sich zeigen.Zumindet hat Günter Könemann einen guten finanziellen Leumund.Ein weiterer Konkurs darf also ausgeschlossen werden.Der künftigen Hochburg der Operette, mehr noch, dem einzigen übriggebliebenen, reinen Operettenhaus der Welt (was schon an sich unbedingt schützenswert ist) kommt aber neben ihrem in Zukunft hoffentlich weit ausstrahlenden Premierenglanz noch weitere Signalwirkung zu: Hier ereignet sich am 3.September, sinnigerweise dem 100.Geburtstag des Theaters, der bisher in Deutschland einmalige Fall, daß ein einstmals als Aktiengesellschaft gegründetes Haus, das später in staatlich behütende Hände übergangen war, teilweise an die Privatwirtschaft zurückgegeben wird.Und deren Zauerwort lautet ja: MARKETING! Es bleibt abzuwarten, ob es den - Großes vorbereitenden - Dienstleistern aus dem Schwäbischen gelingen wird, was die Berliner Kulturinstitutionen, ja ganz Theaterdeutschland bisher verschlafen haben: für ihre Sache auch bei den Kunden zu werben, ihnen im immer unüberschaubareren Veranstaltungsdschungel ihr Produkt schmackhaft zu machen.In Amerika schreit es überall: "Kauf mich!" Es schreit laut - und gut, auch wenn es um hehre Kulturgüter geht.Denn auch diese müssen sich in Zeiten, wo man sich zugunsten des Infotainments gerne lästigen Bildungsbalastes entledigt, dem Wettbewerb stellen.Wenn die Dekra es geschickt vormacht und andere nachfolgen, dann sollten wir nie nie mehr über leere Zuschauerreihen klagen.Dann wird es uns überall entgegenschallen: "Kauft Operette!" Und nie mehr werden die Operettenschlösser nur im Monde liegen.Ein Traum - was sonst? bru

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