Kultur : Kein Spielbetrieb am Metropol-Theater zum 100.Geburtstag

Das Berliner Metropol-Theater wird definitiv nicht zu seinem 100.Geburtstag am 3.September den Spielbetrieb wieder aufnehmen.Das machte der designierte künstlerische Leiter des von Kultursenator Radunski favorisierten Bewerbers, Günter Könemann, im Kulturausschuß des Berliner Abgeordnetenhauses deutlich: Ab dem Tag der Vertragsunterzeichnung sei eine Vorlaufzeit von drei Monaten bis zur Eröffnung unabdingbar.Selbst wenn es Radunski gelingen sollte, den derzeit im Mitzeichnungsverfahren befindlichen Vertragsentwurf noch rechtzeitig zur letzten Sitzung des Abgeordnetenhauses am 20.Juni durch den Senat zu bringen, ist die bisherige Zeitplanung des Bewerbers Dekra Promotion damit nicht mehr einzuhalten.Könemann war vom Kulturausschuß eingeladen worden, um sein künstlerisches Konzept näher zu erläutern - der ehemalige Karlsruher Intendant beschränkte sich jedoch darauf, seine bereits bekannten Grundgedanken nahezu wörtlich noch einmal vorzutragen.Lediglich zwei Details waren neu: Daß Könemann mit Loriot über eine Inszenierung am Metropol-Theater gesprochen habe und daß einige der ehemaligen Mitarbeiter des Hauses inzwischen in Baden-Baden arbeiteten, wo Könemann ebenfalls als künstlerischer Leiter die neu eingerichteten "Operettenwochen" betreut.Hans Klein (PDS) erinnerte Könemann nach seiner ausgedehnten Rede daran, "daß wir das Metropol-Theater nicht neu erfinden müssen und Sie uns auch nicht davon überzeugen sollen, daß Berlin Operette braucht".Alice Ströver von den Grünen bezeichnete die Debatte als "Phantomdiskussion" über eine Senatsvorlage, die noch keiner der Abgeordneten kenne.Mit Blick auf die dreimonatige Vorlaufzeit ab dem Tag der Vertragsunterzeichnung sagte sie: "Diesen Tag X gibt es aber noch nicht." Sie warnte den Kultursenator davor, den Betroffenen weiterhin "Sand in die Augen zu streuen".Radunski, der am Donnerstag im Abgeordnetenhaus noch erklärt hatte, er sei mit der Arbeitsteilung zufrieden, daß die Opposition sich um die Vergangenheit und er um die Zukunft des Metropol-Theaters kümmere, äußerte sich gestern nicht zu seinen terminlichen Zielvorstellungen, sondern ging vor allem auf die Klagen der entlassenen Mitarbeiter ein, die seiner Meinung nach eines Grundsatzurteils durch das Bundesarbeitsgericht bedürften.

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