Kultur : Keine Experimente: Das neue Podewil

Kolja Reichert

Das „Podewils’sche Palais“ in der Klosterstraße in Berlin-Mitte befindet sich im Umbruch. Die landeseigene „Kulturprojekte Berlin GmbH“ hat beschlossen, ihren 2004 abgeschlossenen Vertrag mit dem dort ansässigen Medienkunstlabor „Tesla“ nicht zu verlängern. Die Einrichtung muss zum Jahreswechsel das Podewil verlassen und auf 500 000 Euro Fördermittel jährlich verzichten. Stattdessen sollen künftig Projekte im Bereich der Kulturellen Bildung gefördert werden.

„Tesla“ hat bislang fast 500 Künstler aus 36 Nationen präsentiert. Neben einem festen Programm bot der Verein Räume, in denen Künstler ihre Arbeiten entwickeln konnten, in enger Auseinandersetzung mit Publikum. Vieles, was hier entstand, wurde später bei Festivals oder Messen präsentiert. Ein guter Teil der „Tesla“-Arbeit blieb somit auf den ersten Blick unsichtbar. Die Senatsverwaltung für kulturelle Angelegenheiten kritisiert denn auch die mangelnde Resonanz in der Öffentlichkeit. Zudem waren große Teile des Programms zu speziell, um breite Publikumsschichten zu erreichen.

Heute eröffnet die letzte Saison, mit einer Live-Performance von Julien Maire. Im Oktober beschäftigt sich ein Festival mit der Zukunft des Radios. Derweil gehen die „Tesla“-Macher in die Offensive und fordern einen neuen Raum für Medienkunst und eine umfassendere Förderung. Ein Sprecher der Senatskanzlei stellt Gespräche mit Kulturstaatssekretär André Schmitz in Aussicht.

Die künftige Nutzung des Podewil ist im Detail noch nicht geklärt. Im Gespräch ist der Einzug des Puppentheaters Schaubude, das bisher in der Greifswalder Straße spielt. Kolja Reichert

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