Kultur : Keine Kopfschmerztabletten!

PRESSEKONFERENZ mit Stephen Soderbergh, Jude Law und Rooney Mara.

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Herausforderung? Aber wieso denn? „Ich habe keine Herausforderung gesehen.“ Scheinen ja das reine Kinderspiel gewesen zu sein, die Dreharbeiten zu „Side Effects“, jedenfalls für Rooney Mara. Oder hat sie einfach keine Lust, ausführlicher zu antworten? Will sie vielleicht nur Steven Soderbergh ein wenig loben, unter dessen Regie das Spielen so einfach gewesen sei?

Jude Law dagegen musste sich schon mehr anstrengen, das gibt er offen zu auf der Pressekonferenz mit Rooney, Soderberg und Scott Z. Burnes, dem Autor und Produzenten des Psychothrillers. Schließlich habe er kein Medizinstudium absolviert: „Ich musste mich schon selbst überzeugen, einen Psychiater spielen zu können.“ Und Soderberghs größte Herausforderung? „In den ersten 35, 40 Minuten des Films das richtige Gleichgewicht zu finden.“ Um es dann kippen zu lassen, müsste man ergänzen.

Eigentlich seien es doch zwei Film, der erste über die vermeintliche Patientin Emily Taylor, der zweite über Doktor Banks, erläutert der Regisseur. „Das Drehbuch ist darauf angelegt, alle Erwartungen zu unterwandern, sie zu enttäuschen, damit zu spielen.“ Für Soderbergh ist auch dies eine „Nebenwirkung“.

Ob Hitchcock ihn inspiriert habe? Die Frage hat er wohl schon mehrfach gehört, über die Antwort muss er nicht lange nachdenken: „Einer der Gründe, weswegen Hitchcock noch immer so wichtig ist, ist nicht nur, weil er alles Technische so leicht erscheinen ließ, sondern weil es bei ihm stets um Schuld ging, und das ist immer interessant.“ Worum es in seinem Fall ging: „Die Übertragung der Schuld von einem zum anderen.“

Klar kamen auch Fragen zum Zusammenhang von Psychopharmaka, Arzneimittelindustrie und Gesellschaft. Es sei nun mal in den USA ein Phänomen, dass man der Traurigkeit den Krieg angesagt habe, gab Burnes zu bedenken. Das sieht er kritisch, aber der Film solle keineswegs ausdrücken, dass solche Medikamente nicht auch helfen könnten.

Law beschreibt das ähnlich, erinnert sich an Gespräche mit Ärzten und Patienten während der Vorbereitung auf den Film, die von positiven Veränderungen im Leben durch die richtige Diagnose, die richtige Arznei berichteten. Die Werbebotschaften dagegen, die Versprechungen, der Weg von der Traurigkeit lasse sich abkürzen ...

Aber allzu deutlich wird er da nicht. eigentlich sei er kein Experte für dieses Thema: „Ich nehme nicht mal Kopfschmerzmittel.“ Andreas Conrad

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