Kultur : Keine Party ohne Peaches

Kerstin Grether

verweifelt am Konzertkalender Der heimliche Sommerhit dieses Jahres gipfelt in den Zeilen: „Zuerst kommt der Blitz, dann kommt der Donner – und am Ende ein ganzer Sommer.“ Die zärtliche Rock-Ballade von „Virginia Jetzt“ bringt das diesjährige Wetter-Drama mitsamt Happy End wunderbar auf den Punkt. Die Berliner Veranstalter dagegen scheinen das Ende des Sommers schon von langer Hand geplant zu haben. Anders ist die Ballung prominent besetzter Festivals an diesem Wochenende kaum zu erklären.

Der Reihe nach. Da wäre heute: sechs Jahre Maria am Ufer (ab 23 Uhr, Friedrichshain), mit der englischen Punkwave- Legende The Fall und Größen des Elektro–Pop wie Peaches und Gudrun Gut. Außerdem gibt es die 030-Party , mit der das Stadtmagazin seinen zehnten Geburtstag feiert (ab 18 Uhr in der Kulturbrauerei, Prenzlauer Berg). Auf zehn Ebenen treten mehr als 60 DJs und Live-Acts auf, darunter auch Culcha Candela, die neue Hip Hop/Salsa/Raga-Formation (0 Uhr). Zum Glück hat der Sender „Radio Eins“ sein angekündigtes Pop-Festival (mit Blumfeld, Wir Sind Helden und wiederum Peaches) am selben Abend auf dem Kulturforum wieder abgesagt. Die Radio-Eins-Party gibt es dann doch noch: am Sonnabend ebenfalls in der Kulturbrauerei mit 77 Auftritten. An dieser Stelle sei nur auf Culcha Candela (wieder dabei) verwiesen, die definitiv das nächste große Ding aus Berlin werden und schon jetzt auf allen Kanälen laufen.

Und damit auch am Sonnabend die Entscheidung nicht zu leicht fällt, gibt es in der Columbia-Halle noch die White- Trash-Party (Tempelhof) mit einem Line-Up, das länger ist als diese Kolumne Zeilen hat. Mit dabei ist – Überraschung! – wiederum Peaches. Und so erklärt sich vermutlich auch der übervolle Party- und Konzertkalender: Peaches, der gefeierte Weltstar, hatte nur an diesem Wochenende Zeit. Da mussten sich dann alle danach richten – nun werden sie sehen, was sie davon haben.

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