Kultur : Keine Stagione an der Deutschen Oper

Stiftungsrat tagt im Roten Rathaus

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Die Deutsche Oper Berlin bleibt ein Repertoiretheater. Der Vorschlag des scheidenden Generaldirektors Michael Schindhelm, das größte Opernhaus der Hauptstadt in einen Semi-Stagione-Betrieb umzuwandeln, wurde gestern am späten Nachmittag vom Opernstiftungsrat verworfen. „Der Vorschlag ist vom Tisch“, erklärte Klaus Wowereit, der in seiner Funktion als Kultursenator dem Gremium vorsitzt, gegenüber dem Tagesspiegel. Ein schöneres Geschenk zum Valentinstag hätte der Regierende Bürgermeister der Intendantin der Deutschen Oper, Kirsten Harms, nicht machen können.

Der Termin war also doch mit symbolischer Absicht gewählt worden. Dabei schien im Vorfeld der kommende Aschermittwoch viel passender für das Treffen. Schließlich ging es darum, dass alle Beteiligten die Masken endlich fallen lassen. Schindhelms Nachfolger Stefan Rosinski hatte jedem Teilnehmer einen prall gefüllten Aktenordner zukommen lassen mit den Wirtschaftsplänen von Staatsballett, Bühnenservice, Komischer Oper, Staatsoper und Deutscher Oper. Wie gut, dass die sieben Mitglieder des Stiftungsrats allesamt Profis im Lesen von Bilanzen sind: Neben Wowereit gehören Finanzsenator Sarrazin RBB-Intendantin Dagmar Reim, der frühere Intendant der Münchner Staatsoper, Sir Peter Jonas, Hans-Kornel Krings von der Dresdner Bank sowie Heike Kramer vom Sparkassen- und Giroverband dem Gremium an.

Von 14 bis 18 Uhr brütete der Stiftungsrat im Roten Rathaus über den Zahlenkolonnen. Danach zeigte sich Wowereit ebenso zufrieden wie Kulturstaatssekretär André Schmitz. „Alle drei Häuser haben gute Zahlen für 2006 vorgelegt, und auch im ersten Quartal 2007 war die Auslastung erfreulich“, erklärte Wowereit im Gespräch weiter. „Auch wenn natürlich weitere Ertragssteigerungen erbracht werden müssen, gehen wir fest davon aus, dass alle drei Opern erhalten bleiben können.“ Bis zur Verabschiedung des Doppelhaushaltes 2008/09 im Sommer soll klar sein, ob die Zuschussabsenkung bei der Stiftung bis 2011 gestreckt werden muss, wie die PDS dies mittlerweile fordert.

Wie angespannt die drei Intendanten derzeit sind, musste der RBB erleben. Der Sender wollte Kirsten Harms, Andreas Homoki und Peter Mussbach zur Situation befragen. Die drei mochten sich aber partout nicht allein, sondern nur im Team interviewen lassen. Auf einen gemeinsamen Termin dafür konnten sie sich dann allerdings nicht verständigen. F. H.

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