Kultur : "Kevin und Perry tun es": Unfreiwillige Erektionen und riesige Pickel

Nadine Lange

Sie wollten richtig draufhauen auf den immer noch boomenden Pubertätsfilm. Sie wollten herausschreien: "Teenies nerven und sind häßlich! Keine Gnade!" Eigentlich wären Harry Enfield und Ed Bye als englische Comedymacher auch die Richtigen dafür. Nur geklappt hat es nicht.

Kevin und Perry wollen endlich mal Sex haben. Außerdem träumen sie von einer DJ-Karriere. Im Urlaub auf Ibiza - mit Kevins Eltern - wollen sie beides verwirklichen. Also baggern sie am Strand Mädchen an und schleppen abends einem Star-DJ die Koffer. Gespielt werden die Freunde von Nicht-Teenagern: Kevin ist der 39jährige Komiker Harry Enfield, der die Figuren auch erfunden hat, Perry spielt die 36jährigen Kathy Burke, sonst eher im Charakterfach zu Hause.

Doch schnell verpufft die daraus entstehende Basis-Skurrilität. Komik zieht der Film vor allem daraus, dass er sich fortwährend über Körperprobleme von Teenagern lustig macht: Unfreiwillige Erektionen und riesige Pickel sind aber höchstens einmal amüsant. Die ungelenk coolen Teenager-Bewegungen werden ebenfalls nicht dadurch witzig, dass Erwachsene in Oversize-Klamotten sie imitieren. So wird "Kevin und Perry tun es" trotz gelegentlicher Anflüge Monty-Pythonschen Humors nicht wirklich radikal. Die Teenies wirken höchstens deppert, aber nie zum Schreien blöd.

Starke Momente hat der Film nur, wenn Kevins Eltern auftreten. Als die beiden am Morgen turtelnd "Wonderwall" von Oasis anstimmen, flippt ihr Sohn völlig aus: Eltern dürfen nichts von Popmusik verstehen. Wo käme man als Pubertierender sonst hin? Doch meist schießt der Film weit vorbei an all den harten und weichen Jungs, die derzeit durchs Kino turnen. Dabei hätte das Genre langsam eine saubere Parodie verdient.

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