• Kinderbücher:  "Nobelpreis" für Kinder- und Jugendbuchliteratur geht an Isol aus Argentinien

Kinderbücher : "Nobelpreis" für Kinder- und Jugendbuchliteratur geht an Isol aus Argentinien

Ihre Bilder sind voller Energie und Emotionen, so die Jury. Der mit knapp 600 000 Euro dotierte Astrid-Lindgren-Preis geht an die argentinische Kinderbuch-Autorin und -Illustratorin Isol

Astrid-Lindgren-Preisträgerin 2012. Isol aus Buenos Aires.
Astrid-Lindgren-Preisträgerin 2012. Isol aus Buenos Aires.Foto: dpa

Der Astrid-Lindgren-Preis 2013 geht an die argentinische Kinderbuch-Illustratorin und Autorin Isol. Mit 5 Millionen Schwedischen Kronen (592 500 Euro) handelt es sich um die weltweit höchstdotierte Auszeichnung für Kinder- und Jugendliteratur. Isol schaffe Bilderbücher aus Sicht des Kindes, hob der Vorsitzende der Jury, Larry Lempert, hervor. „Ihre Bilder vibrieren vor Energie und explosivem Gefühl“, fügte er hinzu. Isol zeigte sich überglücklich: „Es ist unglaublich, ich bin überwältigt“, sagte sie.

Die Preisträgerin kam 1972 als Marisol Misenta in Buenos Aires zur Welt. In der argentinischen Hauptstadt lebt sie auch. Sie ist ausgebildete Kunstlehrerin, ihr Kunst-Studium an der Universität von Buenos Aires brach Isol seinerzeit jedoch ab, um sich ganz dem Zeichnen - auch für Zeitungen - und der Kinderliteratur zu widmen. Ihren Stil bezeichnet Isol als „manchmal derb, manchmal spöttisch, ironisch“. „Meine Figuren sind Rebellen, die die Dinge hinterfragen“, sagte sie in Buenos Aires. Sie sei immer auf deren Seite. Und die Künstlerin fügte hinzu: „Ich lache über einige unserer Miseren, tue dies aber mit Liebe. Wenn Du nicht lachen kannst, kannst Du nicht denken und Dich nicht bewegen. Meine Art zu zeichnen, halb frech und halb lustig, nimmt den Themen etwas den Ernst.“
Ihr erstes Buch, „Vida de perros“ (Hundeleben), veröffentlichte Isol 1997. Neben den eigenen Werken hat sie auch Bücher anderer Autoren illustriert, darunter Paul Auster. „Ich versuche, für jedes Buch eine andere Sprache zu finden. Diese Suche ist für mich das Aufregendste“, beschreibt sie ihre Arbeit selbst. Auf Deutsch ist von Isol unter anderem das Buch „Wie siehst du denn aus“ erschienen (Aufbau Verlag).

Mehr als 200 Autoren, Illustratoren und Organisationen aus 67 Ländern standen auf der Kandidatenliste für den diesjährigen Lindgren-Preis. Aus Deutschland waren unter anderem Nikolaus Heidelbach und Paul Maar nominiert. Der Preis wurde von der schwedischen Regierung nach dem Tod von "Pippi Langstrumpf"-Autorin Astrid Lindgren 2002 ins Leben gerufen. 2012 ging die Auszeichnung an den niederländischen Kinderbuchautor Guus Kuijer. dpa

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben