Kultur : King Küng

„Prospect“: die Liste der 100 führenden Intellektuellen

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Das Patriotische vorneweg: Auf der Liste der 100 weltweit führenden Intellektuellen, die das englische Magazin „Prospect“ (www.prospectmagazine.co.uk) zusammen mit dem amerikanischen „Foreign Policy“ zu seinem zehnten Geburtstag präsentiert, stehen genau vier Deutsche. Es handelt sich um die philosophischen Erzrivalen Peter Sloterdijk und Jürgen Habermas sowie die einander trotz Friedensgesprächen nicht weniger abgeneigten Theologen Hans Küng und Joseph Ratzinger alias Papst Benedikt XVI. Zum Vergleich: Mehr hat auch Frankreich – in Gestalt von Jean Baudrillard, Alain Finkielkraut, Julia Kristeva und Gilles Kepel – nicht zu bieten. Was David Herman im Kommentar zur Liste damit erklärt, dass Paris als intellektuelles Zentrum verschwunden sei. Verschwunden sei auch die Vorherrschaft der intellektuellen Linken – und der überproportionale Einfluss von Psychologen und Psychoanalytikern. „Prospect“ versucht, in seiner Liste Verdienste und Medienpräsenz soweit wie möglich auseinander zu halten, kennt aber die eigene Beschränktheit, wenn darauf hingewiesen wird, dass das Schwergewicht der Auswahl bei weißen Männern aus dem angelsächsischen Raum liegt – und dabei wieder bei Geistes-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaftlern: Die medizinisch-biologische Forschung ist klar unterrepräsentiert. Auffällig ist aber auch, dass Vertreter anderer Kulturen - etwa der chinesische Romancier Ha Jin, der Nigerianer Chinua Achebe oder Kishore Mabubani aus Singapur alle in den USA leben. Noch stehen die 100 Nominierten einträchtig nebeneinander. Jetzt sind die Leser aufgefordert, per Mausklick die fünf wichtigsten zu wählen – oder einen vergessenen nachzunominieren. Die Ergebnisse veröffentlicht „Prospect“ im November. dotz

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