Kino : "Eine einmalige Sache"

Victor Norén ist Sänger der britischen Band "Sugarplum Fairy". In dem Film "Das wilde Leben" über Uschi Obermaier, der Ende 2006 in die Kinos kommt, spielt er den jungen Mick Jagger. Ein Interview

Berlin - Eigentlich spielt sich sein Leben auf Konzertbühnen ab. Gerade hat seine Band Sugarplum Fairy ihr zweites Album "First Round, First Minute" veröffentlicht, ab 20. September sind die schwedischen Newcomer auf Deutschlandtour. Doch zugleich macht der 19-jährige Sänger Victor Norén einen Exkurs auf die Leinwand: In dem Film "Das wilde Leben" über Uschi Obermaier, der Ende 2006 in die Kinos kommt, spielt er den jungen Mick Jagger, der wie viele andere eine Affäre mit Obermaier hatte.

Wie bist Du als Musiker an diese Schauspielrolle gekommen?

Ich sehe dem jungen Mick Jagger sehr ähnlich. Die Macher des Films sahen ein Video mit mir und kontaktierten daraufhin unser Management. Sie fragten, ob ich Interesse an der Rolle hätte. Ich habe dann zwei Castings absolviert - und war engagiert.

Warst Du überrascht von der Anfrage?

Nein, ich hatte das erwartet. Es haben mir schon so viele Leute gesagt, dass ich wie Mick Jagger aussehen würde. Ich war sehr glücklich. Es ist eine tolle Chance, etwas Neues auszuprobieren. Ich kann mir nicht vorstellen, wie und wann ich sonst auf einem solchen Level geschauspielert hätte. Ich habe sehr viel Glück gehabt, die Gelegenheit zu bekommen, in einem Film mitzuspielen, nur weil ich jemandem ähnlich sehe.

Bist Du ein Fan von Mick Jagger?

Ja, natürlich. Er ist Mitglied einer der besten Rockbands überhaupt. Es ist eine Ehre für mich, eine solch respektvolle Person zu spielen. Die Rolling Stones sind eine große Inspiration für mich als Songwriter. Wir alle mögen die Stones sehr.

Wie hast Du Dich auf die Rolle vorbereitet?

Ehrlich gesagt, nicht sehr intensiv. Ich habe eine Menge Videos der Stones geschaut. Aber Jagger war mir ohnehin sehr präsent, ich wusste, wie er sich gibt, wie er spricht.

Wie waren die Dreharbeiten?

Nicht besonders hart. Ich mochte den Regisseur Achim Bornhak. Er arbeitet offensichtlich gern mit Leuten, die eigentlich keine Schauspieler sind. Wenn er einen Musiker braucht, engagiert er lieber einen Musiker als einen Schauspieler, weil es dann glaubwürdiger wird. Für mich war die Rolle sehr einfach. Alles, was ich tat, war meine natürliche Art, mich zu geben - allerdings mit britischem Akzent. Es wäre viel schwerer gewesen, wenn ich jemanden spielen müsste, der sehr weit entfernt von mir persönlich ist.

Wusstest Du vor dem Film auch viel über Uschi Obermaier?

Nein, nichts. Ich hatte noch nie von ihr gehört. Ich habe erst später mitbekommen, dass sie in Deutschland sehr bekannt ist.

Hättest Du gern in der gleichen Zeit gelebt?

Nein. Vielleicht war es damals toll, aber heute ist es - glaube ich - sogar noch besser. Meiner Erfahrung nach ist es gerade großartig, in einer Band zu spielen. In den 60ern und 70ern gab es so viele Bands, ich glaube, das Leben als Musiker war damals schwieriger. Jetzt ist Rock'n'Roll nicht mehr so angesagt wie früher und es gibt nicht so viele Bands, mit denen wir konkurrieren müssen.

Planst Du eine zweite Karriere als Filmstar?

Für ein paar Jahre wird das erstmal eine einmalige Sache bleiben. Es war wie gesagt nichts, was ich geplant hatte, sondern es kam wegen meiner Ähnlichkeit auf mich zu. Es hat nichts mit meinen Schauspielkünsten zu tun. Wenn es eine Fortsetzung geben sollte, und sie mich wieder als Jagger wollen, dann kann ich das aber übernehmen. Ich glaube nicht, dass ich jemals eine andere Rolle spielen werde. Immer nur Mick Jagger. (Interview: Nadine Emmerich)

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