Kino : Fortsetzungs-Wahn in Hollywood

Ob "Harry Potter", "Shrek" oder "Fluch der Karibik" - Hollywood setzt in diesem Sommer ganz auf bewährte Konzepte. Filmkritiker werfen den Studios Ideenlosigkeit vor.

San Francisco - Die jeweils dritten Folgen der Blockbuster-Hits "Spider-Man", "Shrek", "Fluch der Karibik", "Ocean's 11", "Rush Hour" und "Die Bourne Identität" laufen von diesem Wochenende an bis Ende August Schlag auf Schlag in den amerikanischen Kinos an. Fortgesetzt wird das Zahlenspiel mit der vierten Folge von "Stirb Langsam" und gekrönt von "Harry Potter" Nummer Fünf. "Es ist nun amtlich: Hollywood sind die Ideen ausgegangen", frotzelte unlängst die Filmkritikerin Nikki Finke in ihrem Blog auf der Internetseite der Zeitung "L.A. Weekly".

Doch die Rechnung der Hollywoodstudios, mit den Sequels bereits erprobter Streifen Rekordsummen in die Kassen zu holen, könnte in diesem Sommer aufgehen. "Spider-Man 3" legte in dieser Woche in Asien und Europa bereits einen glänzenden Start hin. "So weit so gut", jubilierte Vize-Chef Jeff Blake von Sony Pictures. Der Spinnen-Held, gespielt von Tobey Maguire, nahm am Premieren-Dienstag in 16 Ländern sensationelle 29,2 Millionen Dollar ein, 86 Prozent mehr als sein Vorgänger vor drei Jahren. Deutsche und japanische Kinobesitzer verbuchten die höchsten Dienstags-Einnahmen aller Zeiten, berichtete der "Hollywood Reporter".

Rekord in Sicht

Star-Power bietet auch das Drama "A Mighty Heart", mit Angelina Jolie als Witwe des ermordeten Journalisten Daniel Pearl. Kevin Costner zeigt seine dunkle Seite als Serienmörder in "Mr. Brooks". Steve Carrell, der 2004 mit "Jungfrau (40), männlich, sucht..." einen Überraschungshit landete, tritt in "Evan Allmächtig" die Nachfolge von Jim Carrey ("Bruce Allmächtig") an. Nach 12-jähriger "Stirb langsam"-Pause wird Bruce Willis erstmals wieder seine Anziehungskraft als Retter der Nation testen. Bei seinem vierten Einsatz ("Stirb langsam 4.0") kämpft Willis alias John McClane gegen Internet-Terroristen, die Amerikas Computer-Networks zerstören wollen. (Von Barbara Munker, dpa)

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