Kino : Großes Interesse an "Sakrileg"-Film

Trotz weltweiter Proteste von Katholiken und teilweise vernichtender Kritiken ist der Film "Sakrileg" ("The Da Vinci Code") weltweit glänzend in den Kinos angelaufen.

Cannes/New York - «Das erste Wochenende wird eines der international besten Startwochenenden überhaupt», sagte Jeff Blake, Marketing-Chef von Columbia Pictures, am Sonntag der dpa. Für den deutschen Markt schätzt er die Einnahmen seit dem Start am Donnerstag bereits auf 9,6 bis 10 Millionen Euro. International liege das Einspiel von «Sakrileg» auf jeden Fall in der Top-20-Liste der erfolgreichsten Filme aller Zeiten.

Auch in den USA erwies sich die Leinwandversion von Dan Browns Bestseller «Sakrileg» als bisher zugkräftigster Film des Jahres. Er spielte nach Studioangaben vom Sonntag bereits am Freitag, seinem ersten Tag in den Kinos, rund 29 Millionen Dollar (23 Millionen Euro) in die Kassen. Das entspricht Einnahmen von durchschnittlich 7 764 Dollars pro Leinwand. Damit setzte sich der «Da Vinci Code» auch locker vor den Action-Thriller «Mission Impossible: III» mit Tom Cruise ab.

In Japan wird der vom japanischen Konzern Sony Pictures Entertainment vertriebene Streifen landesweit in 863 Kinos gezeigt - der laut Sony größte Auftakt für einen Kinofilm in Japan überhaupt, wie Medien meldeten. Vor einem Kino in Tokio bildete sich für die erste Vorstellung morgens eine Schlange von mehr als 800 Menschen, wie die Nachrichtenagentur Kyodo berichtete. Die Eintrittskarten waren bereits eine Stunde vor Beginn ausverkauft. Auch bei späteren Vorstellungen hätten sich Schlangen von rund 50 Metern gebildet.

Bei der Uraufführung beim Festival in Cannes am Mittwochabend war der Thriller allerdings weitgehend durchgefallen. Zum anschließenden weltweiten Start rief die katholische Kirche zum Boykott gegen den Film auf, der historische Tatsachen falsch darstelle und den Glauben von Milliarden Menschen verletze. In «Das Sakrileg» geht es um eine jahrhundertelange Verschwörung der katholischen Kirche, um zu vertuschen, dass Jesus Christus mit der «Sünderin» Maria Magdalena verheiratet gewesen sein und ein Kind gehabt haben soll, dessen Nachfahren heute noch leben. (tso/dpa)

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