Kino-Umsätze : "Spider-Man" und "Harry Potter" sollen es richten

Das Jahr 2007 beschert den deutschen Kinobetreibern bisher viele Kummerfalten. Nach einem Umsatzeinbruch hoffen sie nun auf die Blockbuster-Welle ab Mai.

Berlin - In den ersten Monaten des Jahres sind vielversprechende Filme deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben, und das frühsommerliche Wetter der vergangenen Wochen hat potenzielle Gäste reihenweise eher in die Biergärten als in dunkle Kinosäle getrieben. Das Ergebnis: Bis Mitte April ist die Zahl der Kinobesucher nach Erhebungen der Fachzeitschrift "Filmecho/Filmwoche" um rund zehn Prozent gesunken. In ähnlichem Umfang ist auch der Kinoumsatz eingebrochen. Umso sehnlicher fiebern die Kinobetreiber einer Staffel attraktiver Produktionen aus Hollywood entgegen, die von Mai bis Juli anlaufen und die Löcher in den Kassen endlich wieder füllen sollen.

Die auf Kinowerbung spezialisierte Firma WerbeWeischer trommelt für die Reihe unter dem Slogan "5 Blockbuster in 12 Wochen". Den Startschuss der erhofften Kassenknüller-Reihe gibt am 1. Mai die Comicverfilmung "Spider-Man 3" mit Tobey Maguire, der erneut als Spinnenmensch mit Superkräften über die Leinwand flitzt. Rasch folgen der Abenteuerfilm "Pirates of the Caribbean - Am Ende der Welt" (24. Mai) mit Johnny Depp und Keira Knightley, die Krimikomödie "Ocean's Thirteen" (7. Juni) mit George Clooney und Brad Pitt, der Animationsfilm "Shrek der Dritte" (21. Juni) sowie "Harry Potter und der Orden des Phoenix" (12. Juli) mit Daniel Radcliffe und Emma Watson.

"Ambitionierte Zahl"

WerbeWeischer geht davon aus, dass dieses Filmquintett zusammen 25 Millionen Zuschauer in die hiesigen Kinos locken wird. Die stärkste Resonanz erwarten die Reklameexperten vom jüngsten Film um den Zauberlehrling Harry Potter, der zwischen sieben und acht Millionen Zuschauer erreichen soll. Auf 6,5 bis 7,5 Millionen Kinogänger veranschlagen sie das Potenzial von "Pirates".

"Auf eine solche Blockbuster-Welle warten wir alle," sagt Arne Schmidt, Sprecher der Hamburger Kinokette Cinemaxx AG. Bei der Zuschauerprognose gibt er sich allerdings vorsichtig: "Die Zahl von 25 Millionen Besucher ist ambitioniert." Zwei oder drei Filme aus dem Quintett würden "aber schon die Fünf-Millionen-Grenze überwinden", sagte er.

Hoffen auf "Sauwetter"

Ob die fünf Filme "ihr durch die Bank hochklassiges Aufholpotenzial auch ausspielen" könnten, hänge aber nicht zuletzt vom Wetter ab. Schmidt verweist auf die schmerzlichen Erfahrungen beim letzten "Star Wars"-Film vor drei Jahren: "Damals hatten wir im Mai ein super Startwochenende, aber als am zweiten Wochenende schönes Wetter kam, bröckelten die Besucherzahlen."

Optimistischer bewertet Wolfram Weber, Chef des Nürnberger Großkinos Cinecitta, die Aussichten: "25 Millionen Besucher für die fünf Filme sind realistisch, ich erwarte aber eher noch mehr." Allerdings setzt er darauf, dass der Mai "endlich ein Sauwetter mit Regengüssen und Graupelschauer bringt". "Denn ein solches monatelanges Ausnahmewetter wie bisher war ja nicht voraussehbar", sagt er. Falls dies eintreffe, dann sei auch "ein leichtes Plus im ersten Halbjahr" im Vergleich zum Vorjahreszeitraum erreichbar, sagt Weber.

Neuer Pixar-Film

Die beiden Kinofachmänner verweisen zudem darauf, dass im Sommer weitere attraktive Filme wie etwa der Pixar-Animationsfilm "Ratatouille" (2. August) in den Startlisten stehen, die das Zeug hätten, das Minus des ersten Quartals wettzumachen. Weber traut vor allem dem Science-Fiction-Spektakel "Transformers" (4. Juli) von Action-Spezialist Michael Bay mit dem 20-jährigen US-Star Shia LaBeouf ("Disturbia") Hitpotenzial zu. Und Schmidt verweist auf den Actionthriller "Das Bourne Ultimatum" (6. September) mit Matt Damon. (Von Reinhard Kleber, ddp)

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