"Baader-Meinhof-Komplex" : Michael Buback kritisiert RAF-Film

Michael Buback, Sohn des von der RAF ermordeten Generalbundesanwalts Siegfrid Buback, geht mit den Machern des Films "Der Baader-Meinhof-Komplex" hart ins Gericht. Er hätte sich gewünscht, dass bestimmte Szenen aus dem Film vorher mit den Familien der Opfer abgesprochen worden wären.

BerlinMichael Buback hat Verständnis für Proteste gegen den Kinofilm "Der Baader-Meinhof- Komplex". "Ich meine, dass ein Filmverleih mit den Angehörigen, wenn so unmittelbar die Existenz von Menschen betreffende Ereignisse gezeigt werden, dass man da hätte Rücksprache nehmen müssen", sagte Buback am Montag Deutschlandradio Kultur. "Ich denke an meine Mutter, die seit 30 Jahren ohne ihren Mann lebt. Wenn sie jetzt in so einen Film kommt, und muss sich das anschauen, hätte man ihr vorher schildern können, was etwa auf sie zukommt."

Der Verlust eines Menschen durch Terror sei ein so persönliches Schicksal, dass man jede Empfindung der betroffenen Angehörigen akzeptieren müsse, sagte Buback. Der Hintergrund: Die Witwe des von den Terroristen erschossenen Vorstandssprechers der Dresdner Bank, Jürgen Ponto, will nach Informationen des "Spiegels" gerichtlich gegen den Kinofilm vorgehen. Ignes Ponto wolle erreichen, dass die Szene der Ermordung ihres Mannes nicht mehr gezeigt werden darf, weil es die Geschichte verfälsche, heißt es in dem Bericht. Produzent Bernd Eichinger sagte dem Blatt, die Szene sei nach Abwägen aller zur Verfügung stehenden Informationen entstanden. (nibo/dpa)


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