Bendlerblock : Sabotage bei Tom-Cruise-Film?

Zweieinhalb Monate nach Beginn der Dreharbeiten am Stauffenberg-Film "Valkyrie" haben sich die politisch umstrittenen Aufnahmen im Berliner Bendlerblock als unbrauchbar herausgestellt und müssen wiederholt werden.

Jan Schulz-Ojala
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Dreharbeiten im Berliner Bendlerblock -Foto: dpa

BerlinDer schlimmste Fall, den die Produktion vergangenes Wochenende "noch nicht mal denken" wollte, ist eingetreten: Der umstrittene mehrtägige Dreh des Stauffenberg-Films "Valkyrie"am historischen Erschießungsort der Widerständler des 20. Juli muss neu angesetzt werden. Wie sich am Donnerstag definitiv herausstellte, sind weite Teile des vor zwei Wochen im Berliner Bendlerblock gedrehten Materials unbrauchbar - zerstört durch unsachgemäß verwendete Flüssigkeit bei der Negativentwicklung. "Das habe ich noch nie gehört, dass mehrere Rollen in die falsche Suppe kommen", sagte gestern ein Experte dem Tagesspiegel. "Das ist ein Kapitalfehler."

Auch die bei kleineren Pannen üblichen digitalen Materialrettungsversuche bei der Nachbearbeitung seien nun ausgeschlossen. Die Panne erscheint umso rätselhafter, als die Produktionsfirma United Artists seit zweieinhalb Monaten am 80-Millionen-Dollar-Film "Valkyrie" dreht und auch mit den beauftragten technischen Betrieben eingespielt sein sollte.

Merkwürdig erscheint auch, dass der Fehler erst jetzt entdeckt wurde; in der Regel wird ein Set erst nach dem Okay aus dem Labor ganz abgebaut. Der historische Ehrenhof im Tiergartener Bendlerblock war nach Ende der Dreharbeiten vor zehn Tagen zügig wieder in den Originalzustand versetzt worden.

Nun muss alles nach peinlicher Panne oder vorsätzlicher Beschädigung  sehr kostspielig neu aufgebaut werden. Immerhin soll, behauptet die Produktion, die Erschießungsszene mit Tom Cruise als Stauffenberg im Kasten sein. Was angesichts des weithin zerstörten Materials ein ungewöhnliches Glück im Unglück wäre.

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