''Bully''-Film : Berliner Junge spielt Wickie

Jonas Hämmerle aus Berlin wird den schlauen Wikingerjungen Wickie in dem gleichnamigen Kinofilm von Michael "Bully" Herbig spielen. Das Dorf des Comic-Stammes soll in Bayern nachgebaut werden.

Jonas Hämmerle
Jonas Hämmerle mit "Bully" Herbig. -Foto: dpa

München/BerlinEr ist 1,32 Meter groß, zehn Jahre alt, geht in Berlin zur Schule, spielt Fußball und Cello - und wird nun mit Wikinger-Helm und rotblonder Perücke zum Leinwandhelden: Jonas Hämmerle spielt die Titelfigur im neuen Film von Michael "Bully" Herbig, "Wickie und die starken Männer". Am Donnerstag lüftete der Regisseur und Drehbuchautor in München auf dem Bavaria-Filmgelände das Geheimnis und stellte seinen jungen Hauptdarsteller am Set des Films vor nachgebauten Wikinger-Häusern vor. Die Dreharbeiten zu der Realverfilmung der TV-Zeichentrick-Serie sollen dort am 5. August beginnen.

"Wir haben jemanden gefunden, der perfekt zu der Rolle passt", betonte Herbig. Jonas habe nicht nur das nötige Alter und großes Talent, sondern auch einen tollen Helm mitgebracht, scherzte er mit Blick auf das Filmkostüm seines Darstellers. In einem deutschlandweiten Casting hatte sich Jonas Hämmerle unter mehr als 600 Kindern durchgesetzt. Sie alle wollten den schlauen Wikingerjungen auf der Leinwand verkörpern, der seinem Vater Halvar (Waldemar Kobus) und dessen Mannschaft immer wieder aus der Klemme helfen muss.

In seinem Kostüm machte der Zehnjährige am Donnerstag den Fotografen vor, wie Wickie sich bei seinen tollen Ideen stets die Nase reibt. "Das ist schon aufregend für mich", betonte er. Für zwei Filme stand Jonas bereits vor der Kamera: Für den Kinofilm "Morphus" und das TV-Familiendrama "Das Kuckuckskind", das am 26. September in der ARD läuft.



"Bully" in kleiner Rolle

Mit Wickie habe er gemein, dass er klein sei, sagte Jonas. Er sei zehn, "aber die Leute denken, ich bin acht". Schlaue Einfälle habe er wie die meisten Menschen "manchmal" - so viele verrückte Ideen wie Wickie kämen ihm jedoch nicht.

"Bully" wird in seinem neuen Filmprojekt auch selbst auf der Leinwand zu sehen sein: Anders als ursprünglich geplant, hätten sie nun doch "eine klitzekleine Rolle" für ihn gefunden. Es handle sich um einen neuen Charakter, der im Original nicht vorkomme. Mehr wollte er nicht verraten. Das Wikingerdorf Flake wird nach seinen Worten in einem Ort "in Bayern am Wasser" nachgebaut. Näheres gab Herbig auch dazu nicht preis. Er sei "extrem bemüht, dass wir dem Original gerecht werden". Die Erwartungen seien hoch.

Das "Wickie"-Original biete die "perfekte Vorlage für einen großen Kinofilm", zeigte sich der Regisseur überzeugt: Abenteuer, Märchen, Komödie, Fantasy - das alles sei vertreten. Er selbst habe früher "hysterische Anfälle bekommen", wenn er eine Folge der Serie verpasst habe, erinnerte sich der 40-Jährige. Die Geschichte des Films, in der Wickie, Halvar und seine Mannschaft sich aufmachen, um die kurz zuvor entführten Kinder des Dorfes zu befreien, sei neu, erklärte Herbig. "Aber jemand, der die Serie kennt, wird das eine oder andere wiederentdecken."

Filmstart im nächsten Jahr

"Wickie und die starken Männer" ist eine Koproduktion von Constantin, Rat Pack und HerbX Film und soll 2009 ins Kino kommen. Constantin-Vorstand Martin Moszkowicz sagte: "Wir lassen uns den Film eine Menge kosten." Das Budget liege im zweistelligen Millionenbereich.

Wickies Mitstreiter, die sechs starken Männer, hatte Herbig im Frühjahr in einer Castingshow auf ProSieben gesucht und gefunden. "Es war eine konzeptionelle Entscheidung, Leute zu besetzen, die dem Vorbild entsprechen und kein prominentes Ensemble, das vom Original ablenken könnte", sagte er zu der Frage, warum seine Kollegen Christian Tramitz und Rick Kavanian diesmal nicht mit von der Partie seien. In einer Nebenrolle wird Comedian Christoph Maria Herbst zu sehen sein.

Zuletzt hatte Herbig im vergangenen Oktober seinen 3D-Animationsfilms "Lissi und der wilde Kaiser" in die Kinos gebracht - eine Parodie auf die Sissi-Filme der späten 50er Jahre. Damit vollendete er nach "Der Schuh des Manitu" (2001) und "(T)Raumschiff Surprise - Periode 1" (2004) seine filmische Trilogie auf Basis von Sketchen der Comedyserie "Bullyparade". (küs/ddp)

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