"Cinema for Peace" : Glamour und politische Botschaften

Die Hauptstadt fühlt sich geehrt: Promis wie Leonardo DiCaprio, Catherine Deneuve, Ben Kingsley und Diane Kruger werden an diesem Montag bei der Berliner Gala "Cinema for Peace" erwartet. Für einen guten Zweck.

Cinema for Peace
Zu Gast in Berlin. Michail Gorbatschow und Christopher Lee. -Foto: ddp

Berlin Ex-Sowjet-Präsident Michail Gorbatschow zeichnet dabei DiCaprio ("Titanic", "Zeiten des Aufruhrs") mit einem Filmpreis für sein Umweltengagement aus, wie die Veranstalter am Sonntag ankündigten. Zur Gala kommen außerdem: Die Musiker Bryan Adams und Roger Waters, Ex-Außenminister Joschka Fischer sowie Luis Moreno Ocampo, der Chefankläger des Internationalen Strafgerichtshofes in Den Haag.

Der Benefizabend, der seit 2002 am Rande der Berlinale politische Botschaften mit Filmglamour verbindet, will diesmal für die Stiftungen von Gorbatschow und DiCaprio sammeln. Stammgäste im Konzerthaus sind Polit-Aktivist Bob Geldof und Schauspieler Christopher Lee ("Herr der Ringe"). "Wir leben in einer Welt voller Schmerz, Horror und Elend", sagte Lee auf einer Pressekonferenz. Roger Waters wird passend zum 20. Jahrestag des Mauerfalls für das Pink-Floyd-Album und das legendäre Konzert "The Wall" gewürdigt. Waters sagte, es sei bemerkenswert, wie sich Berlin seitdem entwickelt habe.

Wie sich Gorbatschow und Reagan nahe kamen

Gorbatschow, Wegbereiter des Mauerfalls, griff in seinen Anekdotenschatz aus dem Kalten Krieg. Er berichtete, wie er und der damalige US-Präsident Ronald Reagan damals auf Annäherungskurs gingen, bis sie sich beim Vornamen nannten - "und dann wurde alles gut". Der Friedensnobelpreisträger kokettierte mit Blick auf seinen nahenden 78. Geburtstag, ihm werde es schwerfallen, bei der Gala auf die Bühne zu klimmen. "Aber man muss aktiv bleiben", sagte er.

Schlagzeilen gab es bei "Cinema for Peace" in den vergangenen Jahren, als Hollywoodstar Dustin Hoffman eine US-kritische Rede hielt, oder als Sharon Stone bei Richard Gere auf dem Klavier liegend um Spenden warb. Karten für den Abend kosten mehr als 1000 Euro. Nach Angaben des Veranstalters Jaka Bizilj wurden bei den Galas bisher mehr als zwei Millionen Euro für Hilfsprojekte gesammelt.

"Cinema for Peace" zählt nicht zum Programm der Berlinale. Festivalchef Dieter Kosslick gehört auch nicht mehr zum Gala-Vorstand. Bizilj versicherte am Sonntag, die Zusammenarbeit mit der Berlinale sei sehr freundlich. "Alles ist in Ordnung", sagte er. Bei der Pressekonferenz fehlte Irmelin DiCaprio, die Mutter des Filmstars. Sie habe eine Erkältung, hieß es. (mpr/dpa)

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