"Das Lächeln der Sterne" : Kuscheln für Erwachsene

Richard Gere und Diane Lane spielen in der Herbstromanze „Das Lächeln der Sterne“ ein Liebespaar, voller Sehnsucht und stets vorsichtig. Der auf einem Roman von Nicholas Sparks basierende Film erzählt eine Liebesgeschichte für Erwachsene, die sich auch so benehmen.

Daniela Sannwald

Ein Mann und eine Frau verlassen ihr Zuhause und reisen zu einem verwunschenen Strandhotel auf einer Insel. Es ist Spätherbst, es stürmt und regnet, die Dielen des Holzhauses knarren, Fensterläden schlagen gegen Wände. Die beiden treffen sich zum ersten Mal, und das ist reiner Zufall: Sie vertritt die Hotelbesitzerin für ein Wochenende, er ist der einzige Gast. Beide sind aus einer für sie unerträglichen Situation geflohen, beide haben traumatische Erlebnisse hinter sich, beide sind nicht mehr jung und ein bisschen einsam. Die Voraussetzungen für den Beginn einer Liebesgeschichte könnten nicht besser sein, auch wenn beide wissen, dass es in Anbetracht der Umstände vielleicht nur eine kurze sein wird.

Der Regisseur George C. Wolfe hat für das von Richard Gere und Diane Lane gespielte Liebespaar ein Nest bauen lassen: Im Inneren des Hotels mit seinen Interieurs in Blau, Weiß und Beige, den Kissen, Blumenvasen und Wollteppichen auf Dielenböden, bleibt ihnen gar nichts anderes übrig, als sich einzukuscheln und die Außenwelt zu vergessen, die ihnen außerdem noch den Gefallen tut, ziemlich unwirtlich zu sein. Und dennoch: Sie sind vorsichtig, offenbaren zögerlich Lebensumstände, sprechen über vergangene Ehen, Sorgen mit den Kindern und über die Trauer, die sie beide kennen. Sie teilen Erfahrungen, aber sie wissen, dass sie einander nicht überfordern dürfen, um für wenige, kostbare Momente zusammen glücklich zu sein.

Der auf einem Roman von Nicholas Sparks basierende Film erzählt eine Liebesgeschichte für Erwachsene, die sich auch so benehmen. Das ist viel, denn es gibt genug Beispiele aus der HollywoodProduktion, in denen 50-jährige Männer stottern und gockeln und gleichaltrige Frauen quietschen und zappeln wie Teenager. Richard Gere und Diane Lane gehen freundlich und respektvoll miteinander um, lachen zusammen und finden, während draußen ein fürchterlicher Sturm tobt, schließlich ins Bett. Und auch wieder heraus, und das ist – angesichts der überdeutlichen Wetter-Metapher und der sie begleitenden brausenden Orchesterklänge – bemerkenswert.

Ein Jahr der Sehnsucht gönnt der Film ihnen noch, ein Jahr, in dem sie sich Briefe schreiben – mit Tinte auf Papier! – und ihre Sehnsucht pflegen.Vielleicht ist die inflationäre Verteilung von Kaschmirdecken, -schals und -pullovern über Filmset und Hauptdarsteller besser bedacht, als man zunächst denkt: Erinnern sie doch daran, dass es in der Welt draußen härter zugeht als an einem Wochenende im Holzhaus am Strand. Daniela Sannwald

In 22 Berliner Kinos, OV im Cinestar Sony-Center und Colosseum

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