''Der rote Elvis'' : Rockstar, Cowboy, Sozialist

Der amerikanische Musiker und Schauspieler Dean Reed war für seine Fans so etwas wie der Elvis des Ostens. Ein Dokumentarfilm beschäftigt sich mit seinem Leben.

BerlinRockstar, Cowboy, Sozialist: Der amerikanische Musiker und Schauspieler Dean Reed (1938-1986) war für seine Fans so etwas wie der Elvis des Ostens. Von Berlin bis zur Mongolei himmelten nicht nur Frauen den Schönling und politischen Idealisten an. Die Geschichte seines bewegten Lebens zeigt der Dokumentarfilm "Der rote Elvis", der am Samstagabend im Freiluftkino Berlin-Friedrichshain Premiere feierte. Die rund 350 Zuschauer schenkten dem Team von Regisseur Leopold Grün nach der Aufführung viel Applaus. Fünf Jahre lang hatte die Crew akribisch Film-Materialien in schwarz-weiß und Farbe aus privaten Archiven zusammengetragen. Der Film läuft an diesem Donnerstag in den Kinos an.

Reed sei ihm zuerst wie ein klassischer Held mit Zahnpasta-Lächeln erschienen, sagte Grün bei der Premiere. Zunächst habe er ihn nur als "Ost-Cowboy" gesehen. Allerdings sei er bei der Recherche auch auf viel Widersprüchliches gestoßen: So behandelt der Film Reeds mysteriösen Selbstmord im Jahr 1986. Drehorte waren neben Deutschland Chile und die USA, wo Menschen aus dem Umfeld des Künstlers befragt wurden.

Frauen, Ex-Frauen und Geliebte sprechen über private Erinnerungen. Andere Ausschnitte zeigen den politisch aktiven Reed, marschierend mit einer Kalaschnikow unter dem einen und einer Gitarre unter dem anderen Arm. Politiker des DDR-Regimes wie Erich Honecker klatschten dem selbst ernannten Friedenskämpfer ebenso Beifall wie chilenische Arbeiter. Untermalt werden die Filmsequenzen mit Reeds Liedern, in denen er auf Deutsch, Englisch und Spanisch zu einer vermeintlich besseren Welt und der sozialistischen Revolution aufruft. (mit dpa)

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