Deutscher Filmpreis : Vier Lolas für "John Rabe"

Das historische Drama "John Rabe" von Oscar-Preisträger Florian Gallenberger ist der große Gewinner beim Deutschen Filmpreis 2009. Der RAF-Film von Bernd Eichinger hingegen ging komplett leer aus.

Deutscher Filmpreis 2009
Kaum zu fassen: Schauspieler Ulrich Tukur freut sich über seine Auszeichnung als bester Hauptdarsteller. -Foto: dpa

BerlinDer Regisseur Andreas Dresen ist als bester Regisseur mit dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnet worden. Er erhielt die Goldene Lola  für seinen Film "Wolke 9".  Bester Spielfilm wurde der historische Kriegsfilm "John Rabe" von Florian Gallenberger, der außerdem noch für das beste Szenenbild und das beste Kostümbild gewürdigt wurde. Der Deutsche Filmpreis in Silber ging an den Film "Im Winter ein Jahr" von Caroline Link, Bronze erhielt "Wolke 9". Das teilte Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) heute Abend in Berlin mit.

Als bester Hauptdarsteller wurde Ulrich Tukur für die Titelrolle des Dramas "John Rabe" die Goldene Lola verliehen. Für die Rolle des Fabrikleiters, der als "Oskar Schindler Chinas" gilt, war Tukur 2008 bereits mit dem Bayerischen Filmpreis als bester Darsteller ausgezeichnet worden. Auch Ursula Werner wurde für den Film "Wolke 9" ausgezeichnet, sie erhielt die Goldene Lola als beste Hauptdarstellerin für ihre Rolle als verliebte Seniorin. "Ich freue mich besonders, weil meine Kinder jetzt stolz auf mich sein werden", sagte sie sichtlich gerührt bei der Preisgala in Berlin.

Die Schauspielerin Sophie Rois und ihr Kollege Andreas Schmidt wurden als beste Nebendarsteller geehrt. Rois bekam die Lola in Berlin für ihre Rolle in Ina Weisses Familiendrama "Der Architekt". Schmidt wurde für seinen Part als sprücheklopfender Band-Chef Gurki in Christian Görlitz' Komödie "Fleisch ist mein Gemüse" geehrt.

In der Kategorie Dokumentarfilm setzte sich im Palais am Berliner Funkturm "NoBody's perfect" von Nico von Glasow durch. Der Film porträtiert elf Contergan-Geschädigte, die sich nackt für einen Kalender fotografieren lassen.

Der Humorist Vicco von Bülow alias Loriot wurde bei der Filmpreis-Gala mit einem Ehrenpreis "für hervorragende Verdienste um den deutschen Film" ausgezeichnet. Loriot bedankte sich für die Goldene Lola und würdigte sie als "makellose Schönheit, wie sie in den Armen eines 85-Jährigen nur noch selten anzutreffen ist". Von Bülow sei der "Fred Astaire der Satiriker", sagte Laudator Michael "Bully" Herbig. Seit mehr als einem halben Jahrhundert hat Loriot die deutsche Kultur mit seinem vielseitigen Humor bereichert, hieß es in der Begründung der Ehrenpreis-Jury.

Der Deutsche Filmpreis ist mit fast drei Millionen Euro die höchstdotierte nationale Kulturauszeichnung. Die Gewinner werden von den inzwischen rund 1100 Mitgliedern der Deutschen Filmakademie gewählt. In der Jury sind unter anderem Bernd Eichinger, Senta Berger, Iris Berben, Artur Brauner, Michael "Bully" Herbig, Veronica Ferres und Corinna Harfouch. (aku/dpa)

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