Douglas-Sirk-Preis : Horrorfilm-Ikone David Cronenberg geehrt

Konsequente Irrationalität wird belohnt: David Cronenberg ist vom Filmfest Hamburg für den diesjährigen Douglas-Sirk-Preis ausgewählt worden. Der Filmemacher revolutionierte mit seinem verstörenden Werk das Horror-Genre.

HamburgDer kanadische Regisseur David Cronenberg erhält den Douglas-Sirk-Preis 2007. Mit der Auszeichnung ehrt das Filmfest Hamburg jährlich eine Persönlichkeit, die sich besonders um die Filmkultur verdient gemacht hat. Mit Cronenberg werde ein Filmemacher gewürdigt, der konsequent grenzüberschreitende, irrationale, verstörende Filme drehe, begründete das Filmfest die Entscheidung. "Vom Publikum und von der Kritik teils bejubelt und teils verrissen, provoziert er eine gesunde Polemik, die dem Kino - wie allen Künsten - immer zugute kommt", sagte Filmfest-Leiter Albert Wiederspiel.

Der 1943 in Toronto geborene Cronenberg revolutionierte mit Werken wie "Shivers" (1975), "Rabid" (1977) und "The Brood" (1979) in den 1970er Jahren das Horror-Genre und erschuf verstörend-bizarre Welten voll physischem und psychischem Horror. Bis heute prägen die Themen Sex, Gewalt, Körperlichkeit, Mutation und Transformation seine Arbeit. Große Bekanntheit erlangte er 1986 mit dem Remake des Horrorklassikers "Die Fliege". 1996 erhielt er für seinen Film "Crash" den Spezialpreis der Jury in Cannes.

Preisträger waren schon Jodie Foster und Clint Eastwood

Der Douglas-Sirk-Preis wird am 28. September in Hamburg vor der Aufführung von Cronenbergs aktuellem Film "Tödliche Versprechen - Eastern Promises" in Anwesenheit des Regisseurs verliehen. Der Film kommt am 27. Dezember in die deutschen Kinos.

Der Ehrenpreis ist benannt nach dem 1897 in Hamburg geborenen Regisseur Hans Detlef Sierck, der unter dem Namen Douglas Sirk in Hollywood zu Weltruhm gelangte und später an der Münchner Filmhochschule lehrte. Frühere Preisträger sind unter anderen Gérard Depardieu, Isabelle Huppert, Clint Eastwood und Jodie Foster.

Das 15. Filmfest Hamburg wird am 27. September mit dem Regiedebüt des französischen Beststellerautors Eric-Emmanuel Schmitt, "Odette Toulemonde", eröffnet. Bis 4. Oktober werden etwa 130 internationale Spielfilme gezeigt. (mit dpp)

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