Film : "Jennifer's Body": Männer fressen

Man mag jemanden zum Fressen gern haben. Nur: Wenn Jennifer liebt, ist diese Floskel wörtlich zu nehmen. Jennifer isst halt gern, auch wenn das wehtut. Es grenzt an Selbstzerfleischung, sich mit dieser Frau einzulassen. Doch viele Kerle in ihrer Kleinstadt tun es.

Martin Machowecz

Jen sieht teuflisch gut aus, man kann sich ihr nicht widersetzen. Megan Fox spielt Jennifer. Sie ist „Jennifer’s Body“. Ihr zu widerstehen, fällt schwer. Man kann sich keine Bessere für diese Rolle vorstellen, da sie den Hochglanzmedien zufolge auch privat irgendwie so ist. Da kommt „Vamp“ wirklich noch von „Vampir“. Mit diesem Schlampenblick. Dem Zahnbleichelächeln. Und, jaja, mit diesem Körper.

Dass Megan Fox das Image einer Sexgöttin besitzt, weiß jeder, der schon mal eine Posterwand im Jungenzimmer gesehen hat. Dass sie ihr Image in „Jennifer’s Body“ anheizen würde, war abzusehen. Dass sie gleichzeitig damit spielt, es zertritt, erregt und zerlegt, macht den Film sehenswert.

In den USA kam das dritte Kinowerk von Regisseurin Karyn Kusama („Girl Fight“) nicht so recht an. Aber das spricht eher für den Film – denn wer nur Teenie-Horror sucht, wird enttäuscht. Die Darstellerin steckt im Dilemma: Beide Geschlechter hassen sie – Frauen für ihr Schlampesein, Männer, die eigentliche Zielgruppe, dafür, dass sie Sex mit ihr nicht überleben würden. Wer solche Ängste überwindet, kann sich begeistern für die herrliche Selbstironie von Megan Fox und die Dialoge von Drehbuch-Oscargewinnerin Diablo Cody („Juno“). Zudem ist Amanda Seyfried („Mamma Mia!“), die Jennifers Freundin Needy spielt, eine wahre Entdeckung: Sie kann sich als Einzige mit Jen einlassen, ohne vernascht zu werden. Trotzdem liefert sich Seyfried, ganz nebenbei, mit Megan Fox den vermutlich aufregendsten Filmkuss, den man sich vorstellen kann. Guten Hunger.

Cinemaxx Potsdamer Platz, CineStar Sony Center (OV), Zoo Palast

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