Filmfestival in Cannes : "Das Fremde in mir"

Auftakt für die deutschen Filme beim Festival in Cannes: Der Beitrag "Das Fremde in mir" der Berlinerin Emily Atef hat seine Premiere bei den Internationalen Filmfestspielen gefeiert. Weitere deutsche Filme werden in den nächsten Tagen gezeigt.

CannesDer deutsche Film "Das Fremde in mir" erzählt in eher stillen Bildern die Geschichte einer Mutter mit Wochenbettdepression, die immer mehr zur Gefahr für ihren kleinen Jungen wird. Während zuerst niemand etwas von dem Leid Rebeccas (Susanne Wolff) bemerkt, bricht ihre Fassade schließlich zusammen. Erst mit einer Therapie lernt Rebecca dann, ihren Sohn Lukas zu lieben und auch zu ihrem Partner Julian (Johann von Bülow) zurückzufinden.

"Das Fremde in mir" der Berlinerin Emily Atef läuft bei dem größten Filmfestival der Welt in Cannes in der Nebenreihe "Critic's Week", die vor allem Werke junger Regisseure zeigt.

Faszinierende Recherche

"Mich hat die Tatsache interessiert, dass die Mutter eine so wichtige Rolle im menschlichen Leben spielt und wir alle aufwachsen mit der Idee, dass die Beziehung zwischen Mutter und Kind ausschließlich von großer Liebe geprägt ist", sagte Regisseurin Atef. "Wenn sich dieses Gefühl aber nicht einstellt, fühlt sich die Frau nicht mehr als Mensch, sie hasst sich selber und schließlich auch ihr Kind."

Eigentlich sei nur ein Kurzfilm zu dem Thema geplant gewesen, doch dann seien die Recherchen so faszinierend gewesen, dass sie sich für einen Langfilm entschieden habe. "Immerhin sind zehn bis zwanzig Prozent aller Mütter allein in Deutschland von diesem Problem betroffen", sagte Atef. "Doch es ist noch immer ein großes Tabuthema."

Weitere deutsche Filme

In den kommenden Tagen werden weitere deutsche Filme in Cannes zu sehen sein: Das neue Werk von Andreas Dresen "Wolke 9" feiert am Samstag seine Premiere in der Nebenreihe "Un certain regard" und Jan Speckenbach zeigt am kommenden Freitag im offiziellen Studentenprogramm "Cinéfondation" seinen dreißigminütigen Kurzfilm "Gestern in Eden" bevor Wim Wenders' "Palermo Shooting" mit "Tote Hosen"-Frontmann Campino am Samstag das Ende des Festivals einläuten wird. (ck/dpa)

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