Filmpreis : Akins doppelter Oscar-Anlauf

Der deutsch-türkische Filmemacher Fatih Akin könnte bei der nächsten Oscar-Verleihung gleich doppelt auf der Liste der Nominierten stehen. Deutschland hat Akins jüngstes Werk "Auf der anderen Seite" eingereicht, die Türkei den von ihm produzierten Streifen "Takva - Gottesfurcht".

Istanbul/Hamburg"Das wäre ein sehr luxuriöses Gefühl, mit sich selbst in Konkurrenz zu stehen", sagte Akin. "Verrückt, möge der Bessere gewinnen!", meinte der 34-Jährige. In "Takva - Gottesfurcht" thematisiert der junge türkische Regisseur Özer Kiziltan das Aufeinanderprallen von fanatischem Glauben und westlicher Lebensweise im Islam. Für Deutschland geht Akin mit dem Liebesdrama "Auf der anderen Seite" ins Rennen. Der Film, der gestern Abend seine Deutschlandpremiere gefeiert hat, erzählt von sechs Menschen in Deutschland und der Türkei, deren Leben auf schicksalhafte Weise miteinander verbunden sind. Beide Streifen haben bereits Preise erhalten. "Auf der anderen Seite" kommt am 27. September bundesweit in die Kinos, "Takva" am 15. November.

Regisseur Akin freute sich über den seit seinem preisgekrönten Werk "Gegen die Wand" anhaltenden Erfolg seiner Produktionsfirma: "Wir haben scheinbar ein glückliches Händchen für Trends. Offensichtlich besteht ein großer Klärungsbedarf über die Welt, in der wir leben und wie wir sie sehen." Es herrsche noch großer Dialogbedarf zwischen den verschiedenen Kulturen, gerade auch zwischen Deutschland und der Türkei. "Das ist noch viel zu wenig", betonte der Filmemacher. "Aber auch ich arbeite daran, das zu verbessern."

Als Produzent sei er "sehr, sehr stolz". Akin: "Man hat nur zwei Hände. Alles andere, was man noch zusätzlich als Produzent macht, kann sich genau so gut anfühlen, als hätte man den Film selbst gemacht. Unter den nationalen Einreichungen werden am 22. Januar die fünf Filme für die Endauswahl für den besten Auslandsfilm nominiert. Die Oscars werden am 24. Februar in Hollywood vergeben. (mit dpa)

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