Filmpreis : Thriller und Ölsucher-Drama Favoriten für Oscar

Die Oscar-Verleihung verspricht wieder eine spannende Veranstaltung zu werden. Zwei Filme sind gleich für jeweils acht der begehrten Auszeichnungen nominiert worden.

Nina Jerzy[ddp]
Oscar
Am 24. Februar geht es wieder um die goldenen Jungs - die Oscars. -Foto: ddp

Los AngelesMit je acht Nominierungen gehen die Dramen "There Will Be Blood" und "No Country For Old Men" in das Rennen um die diesjährigen Oscars. Wie die Academy of Motion Picture Arts and Sciences in Los Angeles mitteilte, sind beide Produktionen unter anderem als bester Film und für die beste Regie nominiert. Der Justizthriller "Michael Clayton" mit George Clooney und die Literaturverfilmung "Abbitte" haben ebenfalls Aussicht auf den Oscar als bester Film und erhielten je sieben Nominierungen. Die australische Schauspielerin Cate Blanchett darf sich über gleich zwei Nominierungen freuen. Für das Kostümdrama "Elizabeth - Das goldene Königreich" und ihre Darstellung des Musikers Bob Dylan in "I'm Not There" wurde Blanchett als beste Haupt- und Nebendarstellerin nominiert.

Ein beachtlicher, wenn auch nicht ganz unerwarteter Erfolg gelang der Independentproduktion "Juno". Der Film um eine schwangere Teenagerin sicherte sich vier Nominierungen, darunter Film, Hauptdarstellerin (Ellen Page) und Regie (Jason Reitman).

Daniel Day-Lewis Favorit als bester Hauptdarsteller

Um den Titel des besten Hauptdarstellers konkurrieren bei der Oscar-Gala am 24. Februar George Clooney ("Michael Clayton"), Johnny Depp ("Sweeney Todd"), Viggo Mortensen ("Tödliche Versprechen"), Tommy Lee Jones ("Im Tal von Elah") sowie Daniel Day-Lewis. Letzterer hatte für seine Darstellung eines Ölbarons in "There Will Be Blood" bereits einen Golden Globe erhalten und gilt auch als Favorit auf einen Oscar.

Die diesjährige Golden-Globe-Gewinnerin Julie Christie ("An ihrer Seite") wurde auch von der Academy mit einer Nominierung als beste Hauptdarstellerin bedacht. Ihre Konkurrentinnen sind neben Blanchett und Page noch Laura Linney ("Die Geschwister Savage") und Marion Cotillard ("La Vie en Rose").

Ignoriert wurden hingegen die "Abbitte"-Hauptdarsteller Keira Knightley und James McAvoy. Dafür wurde ihre erst 13-jährige Kollegin Saoirse Ronan als beste Nebendarstellerin nominiert. Leer gingen auch die Oscar-Preisträger Tom Hanks und Julia Roberts für die Satire "Der Krieg des Charlie Wilson" aus.

Um die Nachfolge von Martin Scorsese als bester Regisseur bewerben sich unter anderem Joel und Ethan Coen. Die Brüder sind für ihren Thriller "No Country for Old Men" in diesem Jahr in gleich vier Kategorien für einen Oscar nominiert (Film, Regie, Drehbuch, Schnitt unter dem Pseudonym Roderick Jaynes). Dieses Kunststück ist in der Oscar-Geschichte bislang erst Warren Beatty und dem Musiker Alan Menken gelungen. Ebenfalls Hoffnung auf den Regie-Oscar dürfen sich machen: Paul Thomas Anderson ("There Will Be Blood"), Tony Gilroy ("Michael Clayton"), Jason Reitman ("Juno") und Julian Schnabel ("Schmetterling und Taucherglocke").

Fatih Akin geht leer aus

Wie bereits bekannt, geht Deutschland nach dem Triumph des Stasi-Dramas "Das Leben der Anderen" dieses Jahr nicht ins Rennen um den besten nicht-englischsprachigen Film. Statt Fatih Akins "Auf der anderen Seite" konkurriert in dieser Kategorie vielmehr die österreichisch-deutsche Koproduktion "Die Fälscher" von Stefan Ruzowitzky, die für Österreich am Start ist. Ebenfalls nominiert sind: "Beaufort" von Joseph Cedar (Israel), "Katyn" von Andrzej Wajda (Polen), "Der Mongole" von Sergei Bodrov (Kasachstan) und "12" von Nikita Mikhalkov (Russland). Das vorzeitige Ausscheiden des rumänischen Cannes-Gewinners "4 Monate, 3 Wochen, 2 Tage" hatte Kritik am Auswahlverfahren der Ausland-Oscars ausgelöst.

Die über 6000 Mitglieder der Academy entscheiden bis 19. Februar über die Vergabe der Trophäen. Ob die Gala wie geplant stattfinden kann, ist derzeit wegen des Streiks der Drehbuchautoren aber noch ungewiss. Dem Ausstand war bereits die Verleihung der Golden Globes zum Opfer gefallen. Der Produzent der Gala, Gil Cates, hatte laut Medienberichten aber angekündigt, im Falle von Streikposten vor dem Kodak Theatre "improvisieren" zu wollen.

Durch die Verleihung der 80. Academy Awards soll zum zweiten Mal der Komiker Jon Stewart ("The Daily Show") führen. Den Ehren-Oscar für sein Lebenswerk erhält der 98-jährige Filmausstatter Robert Boyle ("Der unsichtbare Dritte").

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