Filmpremiere : Harry Potter - düsterer denn je

Bei der Premiere des fünften Harry Potter Films in London passte sich das Wetter der düsteren Stimmung des Plots an. Erfinderin Joanne K. Rowling erschien und stellte sich den Fragen der Fans, die fieberhaft das Erscheinen des letzten Bandes erwarten.

Harry Potter
Auch Daniel Radcliffe weiß nicht, ob er im letzten Film einen sterbenden Harry spielen muss. -Foto: dpa

LondonAm liebsten wären sie alle sofort Dumbledores Armee beigetreten. Jener Truppe aus Jungmagiern, die von Harry Potter im neuen Kinofilm um die Abenteuer des berühmtesten Zauberlehrlings der Welt in den Kampf gegen den bösen Voldemort geführt wird. "Das ist ein Traum, einmal mit Daniel und den anderen vor der Kamera!", sagt ein sommersprossiger Junge aus Liverpool bei der Europapremiere von "Harry Potter und der Orden des Phönix". "Dafür würde ich sogar meine Playstation auf den Müll werfen."

Die Stimmung war glänzend, trotz eines plötzlichen Wolkenbruchs. "Wozu brauchen wir hier Sonne?", sagt Katrin aus Berlin (15). "Die Wolken und der Regen passen doch bestens zum ersten Kapitel - oder ist das im Film etwa anders?" Natürlich haben sie alle Potter 5 gelesen, vor Jahren schon und jetzt offenbar noch einmal, zur Einstimmung auf den Film.

Gelungene Spezialeffekte

Tatsächlich ziehen wie im Buch auch am Anfang des Films riesige düstere Wolken auf. Es stürmt gewaltig, und die Todesser, die über den Spielplatz herfallen, auf dem Harry sich gerade auf einen Kampf mit dem dicken Dudley Dursley vorbereitet, sind Beispiele für gelungene Spezialeffekte.

Insgesamt sei der Film viel düsterer geraten als alle Vorgänger, sagte bei der Premiere eine Frau in einem aufregenden weißen Abendkleid. Sie kann das bestens einschätzen: Harry-Erfinderin Joanne K. Rowling. "Das ist aber kein Wunder, denn die Buchvorlage ist ja auch die düsterste von allen." Mit der Arbeit von Regisseur David Yates sei sie jedenfalls sehr zufrieden.

Echter Harry wichtiger als der Film

Rund 3000 VIP-Gäste durften sich in London schon selbst einen Eindruck davon machen, wie düster Potter 5 nun wirklich geraten ist. Viele der Fans aus zahlreichen Ländern hat es nicht weiter gestört, dass sie nicht mit hinein durften. "Ich bin für den echten Harry gekommen, den Daniel", sagt eine Japanerin. "Der ist mir lieber als jeder Film."

Der Mädchentraum erschien in einem konservativen Anzug mit weißem Hemd und dunkelblauen Schlips. Schließlich wird er ja bald 18. Und an einer großen Karriere als seriöser Schauspieler nach der Harry-Potter-Ära arbeitet er auch schon eine Weile. "In natura sieht der aber viel besser aus", sagte Anne Belford aus Brighton. Vorher hat sie "Kiss me, Kiss me!" gerufen, wie viele andere auch.

Fans
"Kiss me, kiss me" riefen die Mädchen ihrem Lieblings-Magier zu. -Foto: AFP

Potter-Sommer steht bevor



Ein Mädchen hat sogar ein Fotoposter gebastelt, in das es sich selbst als heiße Harry-Potter-Küsserin hineinmontiert hat. Es hat sich halt längst herumgesprochen, dass er das "hervorragend" kann, wie Filmpartnerin Katie Leung (19) kürzlich vor Reportern bestätigte.

Mit der Europa-Premiere ist nun endgültig der Potter-Sommer ausgebrochen. Erst der Film und danach die zu erwartenden Riesenschlangen vor den Buchläden, wenn am 21. Juli der siebte und erklärtermaßen letzte Potter-Band verkauft wird.

"Ich will nicht, dass er stirbt."

"Wie geht es zu Ende?", wollten Fans immer wieder wissen. Joanne K. Rowling lächelt, erzählt, wie sehr sie mit sich gerungen habe um den entscheidenden Schluss. Doch ernsthaft konnte wohl niemand erwarten, dass sie ihn verrät. "Ich wünschte, ich wüsste es", sagt Emma Watson, die schöne 17-jährige, die Harrys Freundin Hermine spielt. "Ich will nicht, dass er stirbt."

Daniel Radcliffe legt sich da nicht so eindeutig fest. Aber auch er bleibt dabei, dass er "keine Ahnung" habe, ob er für "Potter 7", der vermutlich 2010 in die Kinos kommt, einen sterbenden Harry spielen muss oder doch nicht. (mit dpa)

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