Französischer Filmstar : Michel Serrault ist tot

"Mit ihm geht der Beste": Einer der bekanntesten und beliebtesten Schauspieler, Michel Serrualt, ist tot. Mit "Ein Käfig voller Narren" wurde er weltweit berühmt. Nun starb er im Alter von 79 Jahren nach langer Krankheit in der Normandie.

Michel Serrault
Michel Serrault in "Das Leben ist ein Spiel" von Claude Chabrol -Foto: dpa

ParisMichel Serrault, einer der bekanntesten und beliebtesten Schauspieler Frankreichs, ist tot. Serrault starb am Sonntagabend nach langer Krankheit im Alter von 79 Jahren in Honfleur in der Normandie, wie seine Familie mitteilte. Er war unlängst noch im Krankenhaus im Pariser Nobelvorort Neuilly-sur-Seine behandelt worden; Ende Juni wurde er nach Hause entlassen. In Deutschland war der Schauspieler durch Filme wie "Ein Käfig voller Narren" und "Nelly & Monsieur Arnaud" bekannt - für beide wurde er mit dem französischen Filmpreis César ausgezeichnet.

Serrault wurde am 24. Januar 1928 in Brunoy geboren, einer kleinen Stadt südlich von Paris. Als Jugendlicher konnte er sich zunächst nicht entscheiden, ob er ins Kloster gehen oder Clown werden sollte - er entschied sich für Bühne und Cabaret. Im Kino war er erstmals 1954 zu sehen; im Laufe seiner Karriere spielte Serrault dann in mehr als 130 Filmen mit, Fernsehfilme nicht mitgezählt. Bekannt wurde der Franzose mit dem Allerweltsgesicht als Komiker, mit den Jahren entwickelte er sich aber zum Charakterdarsteller.

"Es ist ihm alles gelungen"

Zu seinen bekanntesten Filmen gehören "Ein Käfig voller Narren", der ihm 1979 den ersten César einbrachte, "Entscheidung am Kap Horn" und "Das Verhör", für den er 1982 erneut mit dem Filmpreis ausgezeichnet wurde. Daneben spielte Serrault weiter am Theater.

Der französische Regisseur Jean-Louis Guillermu, der einen der letzten Filme mit Serrault drehte, nannte den Schauspieler nach der Todesnachricht ein Genie. "Mit ihm geht der Beste", sagte der Filmemacher. "Ich wüsste nicht, wer ihn ersetzen sollte." Mit Serrault zu drehen, sei "ein Vergnügen" gewesen: "Man hatte nicht den Eindruck zu arbeiten." Im Übrigen habe man Serrault bei den Dreharbeiten nicht anleiten müssen, er habe von alleine gewusst, wie er spielen müsse, "und es ist ihm alles gelungen". Serrault war seit 1958 mit seiner Frau Juanita verheiratet und hatte zwei Töchter mit ihr. Seine ältere Tochter starb 1977 bei einem Autounfall. (mit AFP)

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