Golden Globes : Preisverleihung ohne Preisträger

Pressekonferenz statt Party: Ohne Stars und ohne Glamour ging die Vergabe der Golden Globes über die Bühne. Bester Film wurde die britische Literaturadaption "Abbitte".

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Glanzlose Ehrung: Nachrichtenmoderatoren verlesen die Gewinner der Golden Globes. -Foto: dpa

Beverly HillsDie Pressekonferenz in Beverly Hills dauerte nur eine halbe Stunde. Die Golden-Globe-Gala, normalerweise die "fröhlichste Party Hollywoods", war wegen des Streiks der Drehbuchautoren abgesagt worden.

Neben "Abbitte", dem Werk von Regisseur Joe Wright, galt Tim Burtons blutiger Musikfilm "Sweeney Todd" als großer Gewinner. Der Film erhielt die goldene Weltkugel als bestes Musical. Hauptdarsteller Johnny Depp, der für seine Rolle als dämonischer, serienmordender Barbier erstmals sang, bekam einen Schauspielerpreis. Die Golden Globes gelten als zweitwichtigster US-Filmpreis und als Gradmesser für die Oscar-Verleihung am 24. Februar.

"Wir wollen unsere Stars sehen"

Der Verband der Hollywood-Auslandspresse, der die Ehrungen in 25 Kategorien für Film und Fernsehen vergibt, ließ die Gewinner durch Moderatoren verlesen. Mehrere von ihnen äußerten Verständnis für die streikenden Autoren, bedauerten aber die Absage der Show. "Wir wollen unsere Stars sehen", sagte eine CNN-Journalistin.

Einige der ganz großen Stars wie Angelina Jolie, George Clooney, Tom Hanks und Julia Roberts gingen denn auch bei der Preisvergabe leer aus. Als beste Schauspieler in einem Drama wurden Julie Christie und Daniel Day-Lewis geehrt. 40 Jahre nach ihrem Oscar für "Darling" bekam Christie die Auszeichnung für ihre Rolle als Alzheimer-Patientin in dem einfühlsamen Ehedrama "An ihrer Seite". Day-Lewis konnte als rücksichtloser Ölbaron in Paul Thomas Andersons historischem Drama "There Will Be Blood" punkten.

Cate Blanchett als Bob Dylan

Die französische Schauspielerin Marion Cotillard überzeugte die Jury mit ihrer Darstellung von Edith Piaf in dem Musikfilm "La Vie En Rose". In Nebenrollen wurde Cate Blanchett für ihre Verkörperung von Bob Dylon in dem Kultfilm "I'm Not There" geehrt, der spanische Schauspieler Javier Bardem als gnadenloser Menschenjäger in dem Neo-Western "No Country for Old Men". Die von der Kritik hochgelobte neue Arbeit der Coen-Brüder ("Fargo") war zusammen mit "Abbitte" als Favorit für die Kategorie Bester Film gehandelt worden, erhielt aber neben dem Globe für Bardem nur eine Auszeichnung fürs Drehbuch.

Der ebenfalls begehrte Regiepreis ging an den New Yorker Maler und Filmemacher Julian Schnabel für "Schmetterling und Taucherglocke" - die wahre Geschichte eines Mannes, der sich nach einem Schlaganfall nur noch mit Augenblinzeln verständlich machen kann. Der in Frankreich und den USA produzierte Film wurde auch zum besten ausländischen Film gekürt. Ein deutscher Film war nicht nominiert. Die Auszeichnung von US-Starregisseur Steven Spielberg mit einem Ehren-Globe für sein Lebenswerk war auf nächstes Jahr verschoben worden.

In der Sparte Fernsehen konnten die US-Schauspieler Glenn Close, David Duchovny und Queen Latifah punkten. Der große Gewinner war jedoch der Fernsehfilm "Longford". Die wahre Geschichte über den exzentrischen britischen Politiker Lord Frank Pakenham, der sich mit der legendären Kindermörderin Myra Hindley befreundet, gewann insgesamt drei der begehrten Trophäen. Neben dem Top-Preis in der Kategorie "Beste Mini-Serie oder Fernsehfilm" wurden auch beide Hauptdarsteller, Jim Broadbent und Samantha Morton, für ihre schauspielerische Leistung geehrt. (svo/dpa)

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