Hollywood : Die Oscars sind gerettet

Hollywoods Drehbuchautoren stehen mit den Studios vor einer Einigung. Als Nächstes könnten die Schauspieler streiken.

Rita Neubauer[Los Angeles]

Hollywood atmet auf. Der dreimonatige Streik der Drehbuchautoren nähert sich einem Ende. Die Oscars sind damit gerettet. „Niemand will behaupten, dass ein Vertrag in trockenen Tüchern ist“, aber vergangenen Freitag nach neunstündigen „informellen Gesprächen“, sagte ein Insider gegenüber der Presse, sei es zu einem substanziellen Fortschritt zwischen der Gewerkschaft der Drehbuchautoren (WGA) sowie der Gilde der Produzenten (AMPTP) gekommen. Ein Kompromiss könnte schon Ende dieser Woche unterschriftsreif sein.

Die Verhandlungen, die am 5.November abgebrochen wurden, erhielten angeblich ein positives Momentum durch Peter Chernin, den Präsidenten von Rupert Murdochs News Corp. Chernin, einer der einflussreichsten Männer in Hollywood, hatte Ende Januar informelle Gespräche mit den Drehbuchautoren aufgenommen, nachdem die Studios Anfang Dezember die Tür zu Verhandlungen zugeschlagen hatten. Einzelheiten wurden wegen einer Nachrichtensperre nicht bekannt. Aber die wichtigsten Streitpunkte wie die Frage einer höheren Vergütung für die Online-Verwertung sind angeblich geklärt. Die Gewerkschaft verlangt eine prozentuale Beteiligung an den Online- Einnahmen, die Studios offerierten bislang eine Pauschale.

Endlich keine Wiederholungen mehr

Mit einer Einigung können die Produktionen von Sitcoms, Late-Night-Shows und Fernsehserien wiederaufgenommen werden, die zu den ersten Opfern des Ausstands wurden. Die Sender füllten diese Lücken mit Reality-Shows und Wiederholungen. Ganz zum Ärger vieler Zuschauer, die auf ihre bevorzugten Serien wie „Desperate Housewives“ und „The Office“ verzichten mussten. Auch wurde die Vergabe der Golden Globes durch eine langweilige Pressekonferenz ersetzt.

Die Serien brauchen eine Vorlaufzeit, sofortiger Nutznießer eines Streikendes sind die Oscars am 24. Februar. Denn auch die Schauspielergilde (SAG) hatte gedroht, das aufwendigste Spektakel Hollywoods zu ignorieren, sollte der Streik ihrer Kollegen andauern. Ein Ausfall der Oscars, die selbst eine kleine Industrie am Leben halten, hätte allein Verluste in Höhe von 130 Millionen bedeutet.

Doch schon droht der nächste Streik: Ende Juni läuft der Vertrag mit der Schauspieler-Gilde aus. Die 120.000 Mitglieder starke Gewerkschaft hat dieselben Forderungen wie die Drehbuchautoren.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben