Kino : Hollywood im Netz: Studios stellen Filme ins Internet

Fünf der wichtigsten Hollywood-Produktionsfirmen wollen künftig ihre Filme auch im Internet vermarkten. PC-Besitzer sollen Filme aus einem breiten Angebot auswählen und gegen eine Gebühr herunterladen können, kündigten die beteiligten Studios an. Die Entscheidung sei vor allem mit Blick auf die zunehmende Video-Piraterie im Internet gefallen, berichtete die "New York Times". "Wir glauben, die meisten Verbraucher sind willig, Copyrights zu respektieren", sagte Yair Landau, Präsident von Sony Pictures, der Zeitung.

Der Zusammenschluss der fünf Unternehmen wird in der Branche zugleich als erster Schritt zum Aufbau eines breit angelegten Netzes für "Filme auf Anforderung" gesehen, das künftig sowohl über das Internet als auch über Kabelfernseh-Anschlüsse zur Verfügung stehen soll. Ziel sei es, dass eines Tages "jeder jeden Film zu jeder beliebigen Zeit anschauen kann", sagte Landau. "Der Start eines solchen Internet-Services kann dabei nur der erste Schritt sein."

An der gemeinschaftlichen Vermarktung ihrer Filme über das Internet beteiligen sich neben Sony Pictures auch MGM, Warner Brothers, Paramount und Universal Pictures. Der Disney-Konzern wird nach Einschätzung von Branchenkennern in den nächsten Tagen ein eigenes Internet-Video-Angebot ankündigen. 20th Century Fox hat die Bekanntgabe entsprechender Pläne bereits offiziell angekündigt.

Hollywood will damit vor allem die Probleme vermeiden, mit denen die Musikindustrie durch Internet-Tauschbörsen wie Napster auf breiter Front konfrontiert ist. Bislang ist es zwar aus technischen Gründen noch erheblich einfacher, Musik über aus dem Internet abzurufen als Filme. Immer mehr Internet-Nutzer in den USA und anderen Industrieländern verfügen jedoch über High-Speed-Verbindungen, mit denen sich auch ganze Spielfilme auf die eigene Festplatte laden lassen.

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