Hollywood : Woody Allen boykottiert den Oscar

Woody Allen kann den Filmemachern in Hollywood wenig abgewinnen. Obwohl er selbst dreimaliger Oscar-Gewinner ist, hat der Regisseur und Schauspieler keine Lust mehr auf die Preisverleihung.

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Null-Bock-Stimmung. Woody Allen entsagt sich den kommenden Oscars. -Foto: ddp

"Ein Film ist für sie vor allem die Möglichkeit, hunderte Millionen von Dollar zu machen", sagte Allen dem Magazin "Leben" der Hamburger Wochenzeitung "Die Zeit". Er hingegen sieht Filmemachen als eine Kunstform. Obwohl der Regisseur schon drei Mal mit dem Oscar ausgezeichnet wurde, will er nicht zur kommenden Oscar-Feier gehen. "Ich bin kein Hollywood-Filmemacher und bin es nie gewesen, ich bin ein New Yorker Filmemacher", sagte der 72-Jährige. "Ich habe nichts gegen L.A. - es macht mir schlicht keine Freude. Ich mag weder den Sonnenschein noch das ewige Herumfahren im Auto."

Der Regisseur steht auch jetzt noch zu seiner frühen Aussage: "Mein Filmemachen ist wie Korbflechten in einer Irrenanstalt." In der Irrenanstalt sei das so: "Wenn die Insassen beschäftigt sind, fühlen sie sich besser, sie sind relaxter. Mit mir ist es dasselbe - Filme sind meine Therapie. Würde ich keine Filme schreiben, dann schriebe ich Theaterstücke oder Bücher. Wenn ich nicht schreibe, fühle ich mich jämmerlich."

In jungen Jahren machten Woody Allen Versagensängste zu schaffen. "Ich bin immer wieder gescheitert, und nie ist etwas passiert - und irgendwann ist die Angst verschwunden. Das Dumme ist: Auch wenn du einen großartigen Erfolg feierst, passiert nichts. Als ich jung war, dachte ich: Wenn ich Erfolg habe, werden alle mich lieben; wenn ich versage, wird die ganze Welt mich hassen. Unsinn. Man lernt über die Jahre: Weder wunderbare noch schreckliche Dinge passieren. Das ist ja auch irgendwie beruhigend." (nal/dpa)

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