Kino : China stoppt Science-Fiction-Film "Avatar"

Offenbar aus Furcht davor, dass der Film Proteste von Zwangsumgesiedelten anstacheln könnte, lässt China David Camerons Film "Avatar" nur noch eingeschränkt zeigen.

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Dschungelkrieger. Die schöne Neytiri vom Stamm der Navi lehrt Jake, den Avatar aus der Menschenwelt, den Umgang mit Pfeil und...Foto: 20th Century Fox

PekingDer Science-Fiction-Film Avatar – Aufbruch nach Pandora ist der bisher erfolgreichste Kinofilm in China. Doch offenbar dürfen chinesische Kinos die normale Leinwandversion nur noch bis Freitag zeigen. Kinos in Peking berichteten, dass lediglich Lichtspieltheater mit 3D-Technik den Film weiter zeigen dürften, in den etwa 1600 anderen Kinos werde der Film abgesetzt. Die Vertreibergesellschaft 20th Century Fox bestätigte dies laut Los Angeles Times.

Die Hongkonger Zeitung Apple Daily berichtete, Chinas Propagandabehörden wollten den Siegeszug von Avatar stoppen, "weil er die Besucher an Zwangsumsiedlungen denken lässt und möglicherweise Gewalt auslösen könnte". Im Film wird der auf einem fernen Planeten lebende Stamm der Na'vi von Menschen mit Bulldozern aus seinem Lebensraum vertrieben. Ähnlich erginge es vielen Chinesen, deren Häuser riesigen Immobilienprojekten weichen müssten und die nur eine geringe oder gar keine Entschädigung erhielten.

Das Blog China Realtime Report  des Wall Street Journal sieht die subversive Wirkung des Films durch zahlreiche Artikel chinesischer Blogger bestätigt. 

Der ausländische Film nehme zudem heimischen Produktionen die Einnahmen weg. Anstelle von Avatar, für den sich immer noch Schlangen vor den Kassen bilden, startet am Samstag der chinesische Streifen Konfuzius, mit dem traditionelle Werte des Philosophen propagiert werden sollen.

Avatar hatte in der Nacht zum Montag den Golden Globe als bester Film des Jahres gewonnen.

Quelle: ZEIT ONLINE, dpa

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