Kino : Schauspieler in Kostümen: E.T.s wahres Gesicht

29.05.2012 13:10 Uhrvon
E.T. Foto: dpa
E.T. - Foto: dpa

Vor 30 Jahren feierte Steven Spielbergs Film über einen Außerirdischen Premiere. Die Schauspielerin in der Maske des E.T. blieb unbekannt, wie auch die Gesichter hinter Alf, R2D2 und anderen Stars. Sieben späte Würdigungen.

E.T.: Als der Film am 26. Mai 1982 beim Filmfest in Cannes Premiere feiert, läuft sie nicht über den roten Teppich. Als das Werk hunderte Millionen US-Dollar einspielt und mehrere Oscars erhält, feiert sie nicht mit, gibt auch keine Interviews wie die anderen Darsteller oder Regisseur Steven Spielberg. Sie musste vor Drehbeginn einen Vertrag unterschreiben, der ihr verbietet, öffentlich über ihre Rolle zu sprechen.
Tamara Detro, Künstlername: Tamara De Treaux, ist kleinwüchsig, bloß 79 Zentimeter groß, nach ihrem Highschool-Abschluss 1978 im kalifornischen San Leandro übernimmt sie erste Nebenrollen in Filmen.

Das Angebot, ins Innere des freundlichen Außerirdischen E.T. zu schlüpfen, hält sie für eine große Chance: Regisseur Steven Spielberg ist schon damals ein Star, hat bereits „Der weiße Hai“ und „Indiana Jones: Jäger des verlorenen Schatzes“ ins Kino gebracht. Außer De Treaux kommen abwechselnd ein weiterer Kleinwüchsiger sowie ein Zwölfjähriger ohne Beine unter E.T.s Kunsthaut zum Einsatz. Die Herstellung der Puppe aus Latex, Metall und Schaumstoff hat drei Monate gedauert und 1,5 Millionen US-Dollar gekostet. Bei der Gestaltung des Kopfes orientierten sich die Designer an Gesichtsmerkmalen von Albert Einstein und Ernest Hemingway. Spielberg nennt das Ergebnis „etwas, das nur eine Mutter lieben kann“. Die Produktionsfirma will die Identitäten der E.T.-
Darsteller geheimhalten, um den Mythos des Aliens nicht zu zerstören. De Treaux übernimmt anschließend kleinere Rollen in Horrorfilmen, freundet sich mit dem US-Schriftsteller Armistead Maupin an. 1990 stirbt sie im Alter von 31 Jahren an Herzversagen. Maupin verfasst eine Hommage, schreibt die Novelle „Maybe the Moon“, deren Protagonistin stark an die Schauspielerin erinnert. Maupin sagt, er könne beim Anschauen von „E.T.“ jederzeit am Gang des Aliens erkennen, ob Tamara De Treaux in dieser Szene eingesetzt wurde. Zum Beispiel ganz am Ende des Films, als E.T. ins Raumschiff wankt und davonfliegt. Das sei zweifelsfrei Tamara.

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Frankensteins Monster Foto: pa
Frankensteins Monster - Foto: pa

Frankensteins Monster: Eigentlich ist Schauspielstar Bela Lugosi angefragt. Doch der lehnt ab, die Rolle eines stummen Monsters unterfordere ihn, sagt er. So wird der Brite Boris Karloff verpflichtet, der bis dahin hauptsächlich als Bösewicht gebucht wurde: In „The Guilty Generation“ gab er einen Gangsterboss, in „Mann ohne Furcht“ einen Räuber, in „Das Strafgesetzbuch“ einen inhaftierten Mörder. Gelegentlich durfte er auch schon Taschendiebe oder Piraten verkörpern, aber erst seine Rolle als Frankensteins Kreatur bringt ihm bei Kritikern den Spitznamen „Karloff der Unheimliche“ ein. Der Film macht Karloff berühmt. Gefeiert wird er unter anderem für seine traurig wirkenden Augen, in der Fortsetzung „Frankensteins Braut“ erhält er einige Dialogzeilen. Seine
Gagenforderungen steigen deutlich, seine Rollen bleiben die gleichen: Er spielt Gangster, Nachtclubbesitzer, Henker und Untote, auch einen drogenabhängigen Arzt. Vier Jahrzehnte nach seinem Monster-Debüt greift Karloff das Motiv noch einmal auf: Der inzwischen 70-Jährige spielt den deutschen Baron Viktor von Frankenstein, der in einem Atomreaktor den neuen Menschen erschaffen will. Auf Plakaten wird Karloff nun als „Dämon des Atomzeitalters“ beworben. 1969 stirbt er an den Folgen einer Lungenentzündung. Seine Erben betreiben eine Internetseite, auf der sie gruselige T-Shirts, Magneten und Briefbeschwerer mit seinem düsteren Konterfei verkaufen.

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ALF Foto: ALIEN PRODUCTIONS INC.
ALF - Foto: ALIEN PRODUCTIONS INC.

ALF: Der Ungar Michu Meszaros ist 84 Zentimeter groß. In seiner Jugend wird er an der staatlichen Artistenschule in Jonglage und Akrobatik unterrichtet, tourt dann als „Kleinster Mann der Welt“ mit einer Zirkusshow durch die USA. Im Alter von 46 Jahren wird er für die Sitcom „Alf“ verpflichtet: Er schlüpft ins Kostüm des gleichnamigen Außerirdischen, der auf der Erde notlandet und von einer Mittelstandsfamilie aufgenommen wird. Meszaros wird für alle Szenen gebraucht, in denen Alf als Ganzes zu sehen ist. Wird dagegen nur die obere Hälfte der Figur gezeigt, etwa weil sie am Tisch oder hinter der Küchendurchreiche sitzt, kommt eine Puppe zum Einsatz, die von drei Mitarbeitern simultan gesteuert wird, um Arme, Mund und Ohren zu bewegen. Da die starken Strahler am Set Alfs Fell schnell erhitzen, versucht die Crew, Meszaros’ Einsätze zu minimieren und wo möglich auf Archivmaterial zurückzugreifen. Nach Serienende erhält er Engagements in Horrorfilmen, tritt in Musikvideos der Band Aerosmith auf und freundet sich mit Michael Jackson an. 1989 benennt die kalifornische Stadt Hawthorne ihre kürzeste Straße nach ihm. Vier Jahre später beendet Meszaros seine Karriere mit einer Rolle im drittklassigen Schocker „Warlock: The Armageddon“.

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